Section: Reviews 45410Autor: Diggi
Datum: 04.10.2020
Bereich: Reviews

..vielleicht die Wiederveröffentlichung des Jahres?

Into The Mirror Black

SANCTUARY

HORNELLA!

'Future Tense' ist mit seinem skeptischen Blick auf der Schwelle zum nächsten Jahrzehnt (...."What will the nineties hold?") fast schon ein seherisches Momentum. "Into The Mirror Black" ist 1990 erschienen, verzückte die SANCTUARY Fans und eine eingeschworene Gemeinde an US Metal Enthusiasten und ist eines der wichtigsten Alben der 90er Jahre, Nein, dieses Album ist ein Klassiker, ein 10 Punkte Fabelwerk welches nun in 2020 fast schon sprachlos stark reüssiert.

SANCTUARY haben sich weitestgehend von "high pitched" Vocals verabschiedet, das Sangesgott Warrel Dane das aber immer noch schwindelerregend gut beherrscht, das zeigt Er mit 'Taste Revenge' eine kleine Brücke in die Vergangenheit der Seattle Metaller, die von klassischem Speed und Heavy Metal geprägt war. Auf diesem zweiten und gleichzeitig letzten Album unter dem SANCTUARY Banner präsentierte sich die Band als enorm gereift und servierte hier durch die Bank Kleinode des progressiven Power Metal mit starkem US Metal Einschlag. Es ist völlig egal, ob wir hier von 'Long Since Dark' reden, einem Stück das sowohl fast schon thrashige Momente der Nevermore Zukunft vorskizziert oder die Zerissenheit des Sängers in den Fokus rückt. 

Die Stücke mussten aufgrund der atmosphärischen Dichte länger werden, 'Epitaph' zeugt mit seinen knapp 6 Minuten davon, auch das anklagende 'Eden Lies Obscured' streckt sich mit seinen Tempiwechseln und Stimmungsschwankungen auf fast 6 Minuten aus. Ein straighter Speedster wie es 'Battle Angels' auf den kongenialen Debüt der Könner war, den findet man auf "Into The Mirror Black" nicht mehr. Dafür aber die wohl wertvollsten Kompositionen in Sachen Edelmetall, Queensryche, Liege Lord und Co wurden mit diesem Album pulverisiert, nur Judas Priest konnten mit ihrem Painkiller allen die Schau stehlen. Egal ob Titelstück, oder der Fanfave 'Seasons Of Destruction' mit seinem süchtig machenden Refrain und dem plättenden Riffing, das etwas einfacher ausstaffierte 'One More Murder' oder das abschließende 'Communion', welches sich erst Jahre später als eines der stärksten Stücke im beeindruckenden Backkatalog der Kult Metaller outete: "Into The Mirror Black" verdient auch jetzt die Höchstpunktzahl und ermahnt uns alle das Andenken dieses Ausnahmesängers in Ehren zu halten.

Das absolute Sahnehäubchen ist hier aber die Zugabe: Das damals nur als streng limitierte Live Album im EP Format, ist hier in voller Länge zu genießen und hält neben den Übersongs des damals neuen "Into The Mirro Black" ein unschlagbares Derivat aus "Refuge Denied" Großartigkeiten bereit. 'Sanctuary', die Coverversion 'White Rabbit', natürlich auch 'Battle Angels', aber auch das unglaublich krass intonierte 'Die For My Sins' werden von einer damals auf dem abolsuten Zenit verweilenden Live Band kredenzt. Die wirkliche, überirdische Klasse der Musiker von SANCTUARY offenbart sich in diesem Live Mitschnitt.

Diese Wiederveröffentlicht ist essentiell. "Into The Mirror Black" ist eines DER wegweisenden Alben im Heavy Metal ab 1990.

10 Points. Erscheint am 09.10.2020 via Century Media.  



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