Section: Reviews 45280Autor: Diggi
Datum: 11.08.2020
Bereich: Reviews

He und She überraschen ITM!

Proclamation ov the Black Suns

DKHARMAKHAOZ

Band:DKHARMAKHAOZ

Herkunft:Weißrussland

Album: Proclamation ov the Black Suns

VÖ:21.07.2020

Label:Iron Bonehead

Aus Weißrussland bekommt man auch nicht alle Tage was vorgelegt. Ein Duo bestehend aus HE und SHE, wobei – wenn ich deren einziges Interview auf Black Metal Daily richtig verstanden habe – SHE für den Gesang verantwortlich ist, der mit Ausnahme vom Song „Ascension“ doch recht kehlig-garstig daherkommt und gar nicht so fraulich wirkt. Der besagte Song sticht generell ein bisschen heraus, da dort nicht nur kurzzeitig Klargesang eingesetzt wird, sondern auch viele dissonante Elemente, wie man sie zuletzt zum Beispiel auf der Norma Evangelium-Veröffentlichung von NEDXXX hören konnte.

Sehr interessant gemacht, was aber nicht bedeuten soll, dass die restlichen Songs langweilig wären oder abfallen, im Gegenteil. Hier gibt es oft richtig auf die Umme, zum ersten Mal nach dem kurzen Intro, welches an den Peilsender eines U-Boots erinnert. Und während man konzentriert zu lauschen versucht,was da noch so im Hintergrund passiert und darüber nachdenkt, welche Tiefen eigentlich ausgelotet werden sollen, setzt der erste Blastbeat ein. Was mir an dem Album richtig gut gefällt, ist der wirklich extrem fette, fast schon erdrückende Sound. 

Das Promo-Schreiben sieht die Band zwar im Black Metal der 90er verortet, das würde ich aber so nicht unterschreiben, denn weder klingt es Lo-Fi, noch hat es viele der typischen 90er-Elemente. Sehe da eher so Bands wie Nightbringer als Einfluss, die ja auch mit vielschichtigen Gitarren und diesen hohen Gitarren-Leads arbeiten. Auf der anderen Seite ist die Rhythmus-Abteilung, also Gitarre und Schlagzeug unterstützt von einem klar wahrnehmbaren knarzenden Bass, manchmal fast schon in Nu Metal Gefilden unterwegs, ohne aber den Eindruck zu erwecken, dass bei DKHARMAKHAOZ Cap-tragende Volltätowierte in Cargo-Hosen unterwegs sind, die die Ungerechtigkeit der Welt beklagen.Fazit:Ungewöhnlicher Bandname, ungewöhnlich fetter Sound für dieses Genre. Die angemessen okkulte Atmosphäre führt ohne jeden Anflug von Langeweile durch ein gut hörbares Album.

Punkte: 8 / 10



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