Section: Reviews 45265Autor: Diggi
Datum: 03.08.2020
Bereich: Reviews

ITM benennt die Speerspitze!

Pillars of Damnation

TEMPLE NIGHTSIDE

Band:Temple Nightside

Herkunft:Australien

Album: Pillars of Damnation

VÖ:07.08.2020

Label:Iron Bonehead

Bands aus Ozeanien klangen ja schon immer irgendwie anders (im Sinne von eigenständiger) als europäische oder amerikanische Vertreter. Ein wohliger Schauer läuft über den Rücken, wenn man an sogeniale Combos wie Grave Upheaval (deren Bassist hier mitwirkt) oder Vassafor (deren Commander in Chief ebenfalls hier mitwirkt und mit Vassafor dieser Tage selbst ein geiles Geschoss raushaut) denkt. Dass ich genau dieses Trio dann auch noch live in Berlin 2018 anlässlich des Never Surrender sehen konnte, treibt mir noch heute Tränen der Freude in die Augen. Aber gut, das ist Vergangenheit. In der Gegenwart verbinden Temple Nightside auf Pillars of Damnation nur die besten Versatzstücke derVorgängeralben Hecatomb (das doomigere Album) und (Re)Condemnation (das zackigere Album).

Raserei und Doom-Parts werden teilweise innerhalb eines Songs auf’s Vorzüglichste verknüpft, ohne aneinandergeklatscht zu wirken. Gerade wenn das Tempo rausgenommen wird, und Kollege IV sein langgezogenes Aaaaahhh anstimmt, fühlt man sich in eine Beschwörung oder Auseinandersetzung mit Gott weiß welchen Kräften hineinversetzt. Contagion of Heresy und Death Eucharist zeigen die Vielfalt Temple Nightsideschen Schaffens in wunderbar kombinierter Weise, indem auch gerade die Lead-Gitarre hervorragende Schwerpunkte setzt, während das etwas old-schooliger und mehr Richtung Black Metal gehende Morose Triumphalis auch auf der neuen Vassafor-Scheibe hätte auftauchen können. The Carrion Veil ist eine absolute Doom-Walze, die Vertonung aller Qualen in der Unterwelt, bevor Wreathed in Agony, Blood Cathedral und In Absentia vor allem die zügigeren Elemente dieser großartigen Band betonen.

Mit Damnation ist dann ein phantastischer Abschluss gelungen, der über neun Minuten finster-doomig das Maximum an Atmosphäre herauskitzelt. Ein für dieses Genre sehr abwechslungsreiches Album, dem es an nichts mangelt. Songs top, Produktion top (nicht zu glattpoliert),alles top. Fazit:Trotz einer Vielzahl an hochklassiger (teils noch nicht veröffentlichter) Releases ein ganz heißer Anwärter auf das Album des Jahres, das nur deshalb nicht die volle Punktzahl bekommt, weil 10/10-Alben sich meiner Meinung nach erst nach ein paar Jahren herauskristallisieren. Im Sub-Genre des angeschwärzten Death Metals gehören Temple Nightside ganz sicher zur Speerspitze.

Punkte:9,5 / 10



.


^^^ BACK TO TOP ^^^
© 1998-2012 by www.Heavy-Metal.de