Section: Reviews 45213Autor: Diggi
Datum: 14.07.2020
Bereich: Reviews

...ist das vielleicht DAS Entdecker Album des Jahres?

Veil of Imagination

WILDERUN

HORNELLA!

Aber Ja! Aus Boston schicken sich WILDERUN an, der weltweiten Metaller Gemeinde den Verstand zu rauben und die Herzen zu stehlen, denn was man hier auf dem ursprünglich bereits 2019 in Eigenregie veröffentlichten, 67 Minuten langen Opus findet, ist nichts anderes als atemberaubende, emotional wie auch rational mitreissende Musik. Egal ob man den fast schon britisch-aristokratisch anmutenden Gesang nimmt, die epochalen Chöre, die an den erdachten Bombast der 70er Jahre Prog Rock Bands erinnert, die Soundtrack Sequenzen, die einen direkt in den nächsten Fantasy Blockbuster versetzen, oder das blinde Verständnis der Musiker dafür zeitgenössische Technik mit dazu diametral wirkender Canterbury Attitüde zu kreuzen... Es ist unglaublich. Boston? Ja, natürlich spielt hier auch die Elite Uni Berklee ein Rolle..

 

Und dann schält sich der Gedanke immer mehr aus der Hirnrinde: Hätten die Macher der Harry Potter Filme eine eher metallischere musikalische Untermalung ihrer Kino Reihe benötigt: WILDERUN wären, Nein sind die perfekte Wahl! Was hier auf "Veil Of Imagination" zu finden ist, ist zunächst purer Eskapismus, aber auch absoluter Entdecker Metal, Metal für Hörer, die nie erwachsen werden wollen, die schon nach Sekunden dem Michael Ende artigen Narrativ zu Beginn des Epos ' The Unimaginable Zero Summer' verfallen. Vielleicht das Fundament dieses Albums!

Das die Band aus der Folk bzw. Bluegrass Ecke kommt, das hört man nur noch rudimentär. Nicht beim Opeth meets Ayreon-artigen 'Far From Where Dreams Unfurl' Das fiese, böse Alter Ego von Devin Townsend bricht sich Bahn beim fulminant riffenden Beginn von 'The Tyranny Of Imagination'. Das Stück schießt durch ein Labyrinth an Wendungen und Irrwegen, eine domestizierte Version von Unexpect kommt dem Hörer in den Sinn. 'When The Fire And The Rose were One' ist dann das Finale Furioso,, vielleicht schon etwas zu drüber, vielleicht schon zu sehr Hutmacher und Johnny Depp, aber das ändert nichts daran, das diese 5 Musiker hier dieses Jahr durch die Decke gehen sollten!

Vielleicht ist die audiophile Seite des Albums durch die Meister des Sounds Dan Swanö und Jens Bogren um einige Jota zu "zahm" ausgefallen, aber das ändert nichts an der überbordernden Klasse dieses Albums!

9 Points. Erscheint am 17.07.2020 via Century Media. 



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