Section: Reviews 45180Autor: Diggi
Datum: 07.07.2020
Bereich: Reviews

Jan Ullrich, Dying Fetus? ITM erklärt es euch!

Psychic Death: The Shattering of Perceptions

ACHERONTAS

Band:                    Acherontas

Herkunft:           Griechenland

Album:                                Psychic Death: The Shattering of Perceptions

VÖ:                        26.06.2020

Label:                   Agonia

Review:                              

Vielleicht erinnert sich noch jemand an die legendären Duelle zwischen Jan Ullrich und Lance Armstrong. Der eine (Ullrich) war ein unglaublich guter Fahrer, weil er ein konstant hohes Tempo fuhr. Der andere (Armstrong) war ein unglaublich guter Fahrer, weil er in ausgewählten Momenten explodierte und das ohnehin hohe Tempo aus dem Sattel gehend noch mal verschärfte. Der zweite Stil ist natürlich spektakulärer, aber auch mit dem ersten Stil kann man die Tour de France gewinnen. Wie ich in so einem Review auf diesen etwas abseitigen Vergleich komme? Nun, die Griechen von Acherontas liefern seit vielen Jahren beständig hohe Qualität ab, jedoch ohne – zumindest nach meinem Dafürhalten – diese spektakulären Ausreißer auf einem Album zu haben. Auch der neueste Output untermauert diese These.

Denn wie auch schon auf dem hervorragenden Vorgängeralbum Faustian Ethos verstehen es Acherontas gekonnt, ein musikalisches Panorama zu zeichnen, welches die Bandbreite zeitgenössischen Black Metals wunderbar einfängt. Viele eher getragene Momente, nicht selten flankiert vom erhabenen Sprechgesang des Kollegen Panagopoulos, die von Blast-Beats abgelöst werden, ohne abgehackt zu wirken; lange Double Bass-Teppiche, die garniert werden mit diesen für Acherontas so typischen betörenden Melodien in hohen Lagen, die aber niemals kitschig klingen, sondern fast schon eher wie vertonte Heldensagen; mal ein an klassischen Heavy Metal gemahnendes Solo oder gar ganzes Riff hier, mal eine kurze Retro-Orgel-Passage dort. Für Abwechslung ist also gesorgt. Und das bei einer Spielzeit von fast 54 Minuten, verteilt auf acht Songs. Andere Bands scheitern an diesem Anspruch schon auf 30-Minuten-Veröffentlichungen.

Fazit:                    

Acherontas haben ihre „Erfolgsformel“ gefunden und stetig verfeinert. Nichts wirkt zufällig oder unpassend, alles ist auf hohem Niveau dargeboten. Sie gehören definitiv zur (erweiterten) Spitzengruppe der ersten Black Metal Liga. Psychic Death beschert ihnen neun weitere Punkte, um die gute Platzierung auch auf die nächsten Jahre hin zu behaupten. Wenn sie nicht zwischendurch auch mal durch einen Ausflug in die Ukraine auffielen, wären sie wohl schon länger ein größeres Thema im „Mainstream“. Aber wie Dying Fetus ja schon feststellten, kann man da auch wunderbar reinpissen.

Punkte:               9 / 10



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