Section: Reviews 45170Autor: Diggi
Datum: 05.07.2020
Bereich: Reviews

....das erste Konzeptalbum...

Thalassic

ENSIFERUM

HORNELLA!

Das achte ENSIFERUM Album ist gleichzeitig ein Schritt zurück zum klassischen Bandsound, was Produktion und Duktus angeht, aber auch gleichzeitig komplettes Neuland. Der maritime Narrativ, der "Thalassic'" inne wohnt ist der altgriechischen Bedeutung des Titels geschuldet. Etwas, das aus dem Meer stammt, etwas was sich auf den Ozean bezieht.... So startet man mit 'Seafarer´s Dream' auch melancholisch und dramatisch, haut dann aber mit der ersten Single 'Rum, Women, Victory' einen 110%igen ENSIFERUM Signature Song raus. Die Nummer reiht sich in die Bandklassiker ein, die man auf den ersten 3 Alben der Finnen wiederfindet.

'Andromeda' ist dann der erste harte Stilbruch, Pekka Montin, der neue Keyboarder und auch für den Clean Gesang zuständig, kann hier zwar als schmachtender Krieger brillieren, das Stück ist aber dann doch eine ziemliche Schmonzette, die zumindest ich von ENSIFERUM als Mittel der stilistischen Horizonterweiterung nicht unbedingt benötige. Andererseits: So sakrosankt haben ENISFERUM das Genre des trinkfesten Pagan Metal auch nie gesehen und so kredenzen uns die Herren einen Ritt auf der Rasierklinge: 'The Defense Of Sampo' erinnert mit seinem Wild West Interludium an den Reisser 'Stone Cold Metal' vom "From Afar" Album. Schöne epochale Nummer der Finnen. 'Run From The Crushing Tide' bedient dann wieder - wie der eigentliche Opener zuvor - die Fans der Frühwerke, wenn ENISFERUM die Saitenäxte kreisen lassen und Petri Lindroos los krakeelt, dann sind die Finnen fast unschlagbar!

Gibt es einen alles überstrahlenden Hit auf dem neuen Album? Ja! 'For The Sirens' ist ein dezent orchstrierter Metal Stampfer, hier ergänzen sich Petri und Pekka wunderbar, die Bridge ist wunderbar, das Leitmotiv ein Ohrwurm. 'Midsummer Magic' ist purer Party Folk Metal, der die Klientel sicherlich sofort abholen wird!

Mit 'Cold Northland (Väinämöinen Part III)' findet dann eine Trilogie ihren Abschluss die auf dem Debüt begann, auf "From Afar" fortgesetzt wurde und nun19 Jahre nach dem Debüt ihr Ende findet. Hier lassen sich ENSIFERUM nicht lumpen und hauen alles raus, was es für ein Grande Finale benötigt. Nightwish artiger Bombast und Wikinger Raserei mit Finnen Pathos schliessen "Thalassic" gekonnt ab und hinterlassen sicherlich absolut zufriedene Fans. Wo "Two Paths" aufgrund der gewollt reduzierten Herangehensweise ein wenig "schmalbrüstig" wirkte, auch was die Qualtiät einiger Stücke anging, gehen ENSIFERUM nun wieder in die Vollen.

 Das die Band nun wieder zu einem eher "From Afar" artigen Soundbild zurückgekehrt ist, wird viele Supporter versöhnen, die mit den letzten beiden Alben eher fremdelten, auch wenn ganz besonders "One Man Army" durch seine ungehobelte Art und Weise immer noch begeistert.

8 Points. Erscheint am 10.07.2020 via Metal Blade Records. 



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