Section: Reviews 45108Autor: Diggi
Datum: 25.06.2020
Bereich: Reviews

...grenzenlose Avantgarde Death Metal Kreativität....

Entropic Reflections Continuum: Dimensional Unravel

VOIDCEREMEONY

HORNELLA!

Nocturnus AD, Blood Incantation, Virocracy, Cryptic Shift, Ulcerate..Es sind unwirklich schwelgerische Zeiten für Freunde des grenzenlosen Tech Death, Progressive Thrash bzw Death Metal.  Jetzt kommen VOIDCEREMONY und krönen diese Entwicklung mit dem kryptisch betitelten „Entropic Reflections Continuum: Dimensional Unravel“.

Was für ein Monster von Album. ‚Abandoned Reality‘ müsste man sich gerahmt an die Wand hängen, wenn das ginge. Fretless Bass, ein entfesselt aufspielender Drummer, dessen Kit auch noch wie eines klingen darf und nicht wie eine Hydraulik Presse, völlig enthemmte Grunts und Riffs die alles sind, aber nicht konventionell. Überhaupt verfolgen VOID CEREMONY hier die Agenda von neurotischen Ufologen: Songaufbau? Ja, wird aber eher defragmentiert. Es kann auch mal passieren, das ein Stück mit einem anskizzierten Drum Solo endet, ebenso aber können die Herren vor Virtuosität nicht an sich halten und kredenzen der Hörerschaft einen Trip der Extraklasse, wie bei ‚Solemn Reflections Of The Void‘. Was die Band hier abzieht, kann nicht unter normalen Umständen geschaffen worden sein. Hin und wieder kommen einem auch die ähnlich eigensinnig agierenden Stargazer in den Sinn, von der Güte und der Genialität muss man hier auch Spectral Voice als Maßstab, nicht als 1:1 Vergleich bemühen.

Wenn bei ‚Dessicated Whispers‘ der bundlose Bass sein Ding durchzieht und parallel gleich drei weitere Ebenen den Song auffächern, das ist schon meisterlich.  ‚Sacrosanct Delusions‘ lädt dann zum emsigen Skalen zählen ein, obgleich hier VOIDCEREMONY fast schon nach amerikanischer Obskur-Death Metal Ursuppe klingen, allerdings mit überirdischem technischen Können. Empty, Grand Majesty (Cyclical Descent Of Causality)‘ zitiert dann als 8 Minüter die großen alten des Genre, ganz besonders also Atheist, Cynic oder Death. Das Stück ist sicherlich das von der Struktur her einladendste.  Auf diesem Album gibt es keine Schwachstelle, aber auch keinen augenscheinlichen Hit. Selbst ein (fast) Instrumental wie ‚Binded To Unusual Existence‘ wird von eurem Schreiberknecht gnadenlos abgefeiert. Weit weg vom Wolfühl Kumpel Death Metal,  eher ganz weit draußen, in Regionen die die seeligen Timeghoul nur grob anskizziert haben, da herrschen VOIDCEREMONY. Beeindruckend, macht sprachlos. Manchmal ist „Fresse halten“ auch die beste Alternative.

9 Points. Erscheint am 26.06.2020 via 20 Buck Spin   



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