Section: Reviews 45092Autor: Diggi
Datum: 22.06.2020
Bereich: Reviews

US Power Metal auf Schwäbisch!

Of Angels And Snakes

GOBLINS BLADE

HORNELLA!

Alter Schalter, drehen wir mal den Tacho auf Januar 2020: Wer hätte da gedacht, das eine der essentiellen Alben in der Schnittmenge zwischen US und Ami Power Metal aus dem Ländle kommen wird? Eben, wohl eher kaum jemand. GOBLINS BLADE geben mit „Of Angels And Snakes“ aber zunächst einmal aufgrund der Melange aus Bandname, Albumtitel und sehr markigem Cover Artwork den unverbesserlichen Meckerfreddies der „Vereinigten Metal Foren Elsen“ Futter zum abgöbeln.

Ihr Opfer, könnt ihr alles lassen, denn GOBLINS BLADE haben u.a. mit Szeneprotagonist und Dawn Of Winter bzw. My Darkest Hate Dude Jörg M.Knittel hier gleich neunmal Edelstahl der reinsten Legierung auf ein Langeisen für die Ewigkeit festgehalten. ‚Snakes From Above‘ ist ein Kriegshammer im Doppelzentner Format und kreist ohne Gnade in speediger Taktung über den bangenden Schädeln. Könnt ihr euch noch an die Zeit erinnern, als Steel Prophet noch anbetungswürdige Scheiben raus gehauen haben? Also an die Epoche von 1995 bis 2000? Ihr geht bei Helstar ungespitzt durch die Decke? Ihr liebt abgöttisch die klandestine Erhabenheit von Pharao, steht aber auch auf einfach guten Power Metal ohne Angst haben zu müssen, an  Diabetes oder Lebensmittelvergiftung zu erkranken? Also so wie es Brainstorm von 1997 bis 2005 drauf hatten? Dann werdet ihr GOBLINS BLADE sofort in euer Metaller Herz schließen und den herrlich dramatischen Vokills von Sänger Florian Reimann gebannt folgen! ‚Pay For Your Sins‘ bündelt alle Stärken der Band, den technisch sind die Herren über jeden Zweifel erhaben, machen also auch den ein oder anderen Sanctuary oder Titan Force Jünger glücklich. Keine Ahnung, woher die Herren all diese genialen Songs herbei zaubern, aber auch eher traditionelle Metal Klänge wie bei ‚Blink Of An Eye‘ mit seinem Priest meets Running Wild Duktus schiebt ordentlich nach Vorne und lässt nur einen Schluss zu: Diese Band wird in der nächsten Festival Saison bei den einschlägigen fachkundigen Veranstaltungen im kleineren Kreis gnadenlos abräumen.

OK, mit ‚Final Fall‘ wird es sogar noch besser, aber nicht weil GOBLINS BLADE da das Tempo wieder anziehen, es scheint eher so, dass die Schwaben nahezu jede Facette und Spielart des US (Power) Metal mit der Muttermilch aufgesogen haben und gar nicht anders können, wahrscheinlich folgen Sie nur ihrer Bestimmung. ‚Utopia‘ macht in der Güteklasse gleich weiter, allerdings als mächtiger Double Bass Stampfer. Ein sinister anmutender Glockenschlag hat noch keinem Heavy Metal Album geschadet, auch nicht dem überragend schnittigen ‚The Bell is Broken‘. Herrlich, das es noch Alben gibt, die den Fan in der Kutte sofort packen, den Fan, der genau diese Art von Metal hören will und nicht montierte Riffs und modellierte Drums, keine aufgeblasenen, virtuellen Chöre. Trotzdem ballert die Scheibe nach allen Regeln der Kunst. Wer sich nach einem Heathen Song benennt, der kann doch nur gut sein, oder? GOBLINS BLADE sind viel mehr als das, die Band aus BaWü könnte über Nacht der neue Fackelträger für eine ganze Generation von US und Power Metal Fans sein. Hoffen wir es!

9 Points. Erscheint am 26.06.2020 via Massacre Records. 



.


^^^ BACK TO TOP ^^^
© 1998-2012 by www.Heavy-Metal.de