Section: Reviews 45001Autor: Diggi
Datum: 06.06.2020
Bereich: Reviews

..immer mitten in die......

Of Lost Things

STINKY

HORNELLA!

In ihrer Heimat Frankreich mischen STINKY schon ordentlich die Cirlce Pits durch, mit "Of Lost Things" sollten Hardcore Gourmets der Gegenwart allerdings auch sofort glücklich werden! Manchmal hat man Momente, da braucht es den großen Knüppel, da ist völlig enthemmtes Gebrüll, totaler Eskapismus und Loslassen absolut notwendig. In solchen Phasen hat eurer Rezensent dann immer zu The Refused, Walls Of Jericho oder den Dead Kennedys gegriffen, bevor man es als Hauptdarsteller in die Tagesschau als Pumpgun tragendes Michael Douglas Double aus Falling Down geschafft hätte.

'Lame Heart' faltet alles auf Briefkastenschlitz, was für ein gierig krasser Hardcore Brocken, Sängerin Claire ist das entfesselte Ventil, das wir alle manchmal brauchen, sogar den lässig coolen Otep Rezitativ hat die zierliche Lady drauf. Ein absoluter Club Hit! Hier muss ich an Pogo Feste im Soundgarden zu Dortmund denken....Lange ist es her!

Auch 'Revival Fire' macht als Dosenöffner einen profunden Job. Was für ein Aggro, Dopamin und Adrenalin Level! Dann kommt die Video Single 'Distance' und verbindet SOIA Melodieverständnis mit Hardcore Brot und Butter Kompetenz, krasse Hooligan Sing A Long´s können STINKY also auch.... Der nächste Hit und der geht mir schon seit Tagen nicht mehr aus dem Kopf. 'Strangers With Familiar Faces' kommt dann fragmentiert, langsam, fast schon mitgenommen an, aber auch diese Facette gelingt auf "Of Lost Things" souverän.

STINKY schmeissen dann wieder die Pogo Pit Tapete an die Wand und 'Mind Trapped' brüllt, keilt aus, ballert teilweise schon Bollo artig drauf los, aber man lässt sich dauf ein, weil es so wunderbar befreiend wirkt. STINKY erschaffen diese jugendliche Wut, dieses Aufbegeheren gegen die Hybris des Establishments, man ist wieder mittendrin in ranzigen alten Sofa Ecken, nach Bier und Pisse stinkenden Klo´s in abbruchreifen Clubs. Mit dem treibenden, mehr Punk Rocker artigen 'Unloving' hat man dann endgültig die Katharsis für sich...

Im letzten Drittel nehmen STINKY ein wenig die Galligkeit aus den Stücken, das gibt dem Stop And Go Riffer 'Nosedive' eine herrliche Melo Punk Note, wohingegen 'Struggle' dann wieder mehr Fleisch an den Knochen hat und die Band - zwar auch im Midtempo - aber wieder angepisst bis zum Stehkragen agiert. Leider wirken die letzten 3 Stücke dann ein wenig aus dem Kontext gerissen, was eine noch höhere Bewertung leider verhinert, nichtsdestotrotz ist "Of Lost Things" aber ein kleines Juwel des modernen Aggro Hardcore. 

8 Points. Erscheint am 12.06.2020 via M-Theory.

 



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