Section: Reviews 44943Autor: Diggi
Datum: 22.05.2020
Bereich: Reviews

...knackiger, technischer Thrash-Death Metal aus dem Ländle..

Irradation

VIROCRACY

HORNELLA!

Direkt mit dem Einstand machen die Stuttgarter Musiker/innen sofort klar, das hier Anspruchsdenken und Realtiät sich nicht mit dem Fernglas beäugen müssen. "Irradiation" ist ein Musterbeispiel für hochtalentiertes Songwriting, welches ausserdem, dem tatsächlich aktuell gar nicht so fiktiv- dystopischen Alltag noch eine gehörige Schüppe "mulmiges Gefühl" hinzufügt.

'Initio' ist ein unheimlich beweglicher Opener, mäandert zwischen kurzen Blast Parts, verspielten Frickel Momenten, straighten skandinavischen Melo Tod Motiven und surrealen Ruhepolen. VIROCRACY sind absolute Könner und beherrschen das schleppende Midtempo, welchse 'Rane' irgendwo zwischen Obscura und Behemoth Einflüssen einsortiert. Sängerin Anika erinnert tatsächlich frappierend an die rheinische Growl Königin Angela Gossow, ganz besonders was Intonation betrifft, hebt sich aber dadurch auch schon wieder von der Legion der Kopistinnen ab, denn die Dame macht ihren Job am Mikro einfach beeindruckend unaufgeregt. 'Walking Ghost' ist die sehenswerte Video Single und bringt alle Stärken der Band ohne Umschweife auf den Punkt. Sehr genaues Drumming, eine detailierte Gitarrenarbeit und der Wille, Technik und Spielfluss unter einen Hut zu bringen. VIROCRACY hätten sich hier sicherlich auch schwer einen abfrickeln können, aber das tut die Band nicht. In erster Linie steht hier jederzeit - bei allem vorhandenen Talent - ein mitreissender Death Metal Song im Fokus, nicht Egotrips der Bandmitglieder.

'Solitude' ist mein persönlicher Favorit, beginnt die Nummer doch herrlich gegen den Takt komponiert und der Bass darf hier auch mal etwas prominenter in Aktion treten. Die Wechsel zwischen Punch und instrumentalen Brücken sind wahrlich ganz hervorragend. Wer jetzt lieber wieder den Gashahn voll aufdrehen möchte, der bekommt das Sorglos Paket in Form des herrlich galligen 'Dysplasia' frei Haus geliefert. 

'Void Of Heart' verbindet die kranken Morbid Angel Kriechmonster mit Prog Death Metal der Stunde. Die Iguana Studios haben "Irradation" einen herrlich satten und wuchtigen Sound verpasst, bei diesem Sujet muss man schon alle Protagonisten kristallklar verifizieren könnnen. 'Incarnation' ist auch eine herrlich stimmige Visitenkarte für VIROCRACY. 

Bleibt zu hoffen das die Stuttgarter/innen sich nicht zu unnötigen Kompromissen hinreissen lassen und an ihrer eigenen Vision des technischen Death Metal weiter arbeiten. "Irradation" ist in dieser Sparte was einheimische Bands angeht sicherlich eines der Hochlichter des Jahres. Mehr zu dieser neuen Hoffnung in einem Interview bei uns!

8 Points. 

Erschienen über MDD Records.



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