Section: Reviews 44890Autor: Diggi
Datum: 11.05.2020
Bereich: Reviews

....angeschwärzter Death Metal....

The Great Demise

SODOMISERY

HORNELLA!

Harris Sopovic ist der Maniac hinter SODOMISERY und zunächst hatte ich mit dem Debüt "The Great Demise" anfänglich Schwierigkeiten. Auf beiden Seiten wurde doch gefremdelt, allerdings wohl aufgrund falscher Erwartungshaltungen. Wohingegen euer Rezensent hier Sacramentum, Unaninmated, Dissection, Mörk Gryning oder The Moaning Kleinode im Hinterkopf hatte, will der gute Harris doch mit SODOMISERY etwas ganz anderes: 'Reapers Key' blastet zunächst drauf los, bleibt aber in einem eher zeitgemäßen, fast schon sehr modernen phonetischen Setting. Die mitteltiefen Grunts des Sängers und Gitaristen Sopovic erinnern eher an den latent monotonen Vortrag von Amon Amarth. Mit 'Into The Cold' und dem flotten Uptempo Beat, abgebremsten Bridge Parts, dei zum Rübe schütteln einladen und dann auch noch mit dem partiell hymnischen Refrain wird die Nähe zu den Mainstream Wikingern noch mehr gesucht.

Also alles wieder auf Anfang: SODOMISERY sind keine Rumpel Kapelle, die weder so ranzig und basisch wie möglich, noch Black Metallisch sinister bösartig - edle Melodien ins Rund keifen möchte. Für diesen Ansatz, eher zeitgemäßen, vom Grundgerüst her schon fast standardisierten Death Metal mit hin und wieder verwendeten Motiven aus den mittleren bis späten 90er Jahren zu nutzen, wie bei 'Sacrifice' gebührt dem Schwede sicherlich Respekt. Der hier angesprochene Song morpht im weiterern Verlauf allerdings relativ frech in eine Dan Swanö artige Komposition, die so auch auf dem göttlichen Moontower Album des Altmeisters hätte stehen können.

Also: "The Great Demise" ist bis hierhin schon ein echte Überraschung, denn die paradigmenhafte Erwartungshaltung durch die Verwendung von Szenecodes, wie Cover Artwork ( eher "schwarz melodisch", d.Verf.), Bandname und kolportierte Genre Einschätzung führt auf die falsche Fährte!  Der als Single veröffentlichte Track 'The Messenger' geht als Derivat durch, um das zwingende Songwriting von SODOMISERY auf die Spitze zu treiben. Keine Frickelei, kein okkulter Esoterik Budenzauber, Death Metal, gerade aus, mit starkem schwedischen Einschlag in Sachen schwarzer Melodielehre, das alles vermengt und in das Hier und Jetzt transferiert, mit einer sehr modernen Produktion, einhergehend mit dem Zeitgeistphänomen, das Reduktion die neue Diversität ist. So eine Wuchtbrumme wie 'In The Void' lässt auch Vergleiche zu einer nicht orchestrierten Version von Diabolical zu. 

SODOMISERY treiben das Spiel der zwingenden Arrangements und mehr als transparent gestalteten Parts, die wie ein Rad in das nächste greifend, völlig logisch aufeinanderfolgen auf die Spitze. Wollen die Schweden provozieren? Die Stücke auf diesem Debüt als generisch zu bezeichnen  würde der handwerklichen Klasse nicht gerecht werden, wirklich ein Härtefall, diese fast schon zu perfekt inszenierten Blast Beat Passagen, die Kickdrum Attacken und das auf den Punkt gesetzte Riffing. Hier stimmt im Grunde genommen alles, man vermisst zwischen den Zeilen aber dann doch mit zunehmender Spielzeit diese Unberechenbarkeit, dieses Biest, das einen zwischen einem Riff oder gutturalem Gesangspart in die Fresse springt. SODOMISERY inszenieren ihren melodischen Death Metal auf der einen Seite sehr professionell, aber auf der anderen Seite auch fast schon generisch. Die Garstigkeit die z.B. die aktuelle Naglfar auszeichnet, wird man auf "The Great Demise" nicht unbedingt finden.

Was Anlass zur Hoffunng gibt, das sich SODOMISERY zukünftig ein wenig "gefährlicher" geben werden, ist der mächtige Titeltrack, eine Champions League Demonstration was das Sujet hier angeht. Hier dürfen die Gitarren dann auch verspielter daher kommen, das ganze Stück wirkt durch die vielen Tempi Wechsel regelrecht aufgefächert. Ebenfalls unwiderstehlich: Das Geschwindigkeits und Groove Monster 'Arise' am Ende der Scheibe.

Ein Debüt von einem Perfektionisten, der es sicherlich gar nicht böse mit dem Hörer meint, ein wenig mehr Tiefe und Schwärze in dem Hochglanz Kosmos des Herrn Sopovic darf es dann aber doch gerne sein! Trotzdem sollten hier God Dethroned, Amon Amarth und Dan Swanö (die Death Metal Sachen des Herren....d.Verf.) Fans mehr als einmal reinhören!

7 Points. Erscheint am 22.05.2020 via Testimony Records.  



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