Section: Reviews 44871Autor: Diggi
Datum: 07.05.2020
Bereich: Reviews

...raus aus der Wohlfühlzone....

Infidel

CURSE UPON A PRAYER

HORNELLA!

Die Finnen hier ecken an, weil Sie selbst als Black Metal Band mit ihren Islam-kritischen Ergüssen tatsächlich für Tabubruch 4.0 stehen. Sind das hier ideologische Geisterfahrer? Zunächst einmal sollte man dann den Begriff Ideologie definieren, dann all die zum größten Teil peinlich infantilen, anti-christlichen Black Metal Bands der ersten, zweiten und auch dritten Generation einmal auf den Prüfstand stellen. Dann bleibt mit "Infidel" nur ein extrem kraftvolles Black Metal Album, welches nach einem Intro (Nein, auch damit werden sich CURSE UPON A PRAYER in Konsens Country keine Freunde machen....d.Verf.) mit 'Infidel' und 'Taste Ye The Penalty Of Burning' rasend, aber unheimlich hymnisch beginnt. Die teils maskierten Herren verstehen ihr Handwerk und würzen die pechschwarzen Überfälle mit skandinavisch klirrend-frostiger Melodielehre, bremsen sich selbst zum richtigen Moment aber auch aus.

'Haram' ist sicherlich jetzt schon eine der musikalisch radikalsten Black Metal Fackeln, die eine Band in das Mainstream Stroh schleudern kann. Dieser abartige Schrei zu Beginn, dann dieser rasende Beginn, der einem atomaren Erstschlag gleich, alles auslöscht folgt dann eine kluge Parforce Jagd durch die Stimmungen des 90er Jahre Black Metal, inklusive markerschütternder, atonale Gesangsparts, komplett ruhiger Zwischenparts mit flüsternder Dämonenzunge und unwirklichen Soundscapes. Dieses STück ist sicherlich das extremste Fanal des ganzen Albums! Und tatsächlich müssen auch solche vertonten Splittergranaten erstmal überwunde werden, 'The Portrait Of Iblis' hilft da in seiner reduziert-meditativen Ausrichtung. 

Das CURSE UPON A PRAYER verdammt intelligente Songwriter sind, beweist das epochale 'Al-Masih ad-Dajjal'. Wenn die Finnen das Tempo drosseln, wirken die Kompositionen noch eindringlicher, noch erdrückender und die züngelnden Flammen der Melodieführung lodern immer höher auf. Auch 'Prophetic Poison' ist ein kleines Meisterstück in Sachen druckvoll produzierter, aber unbarmherzig finsterer Black Metal.  Bis hin zum unheilvollen, stromlosen Ausklang 'Jahannam' ist "Infidel" ein verdammt beeindruckendes Black Metal Album, welches hoffentlich auch die verdiente Beachtung erfährt, bei aller konzeptionellen Brisanz....

8 Points. Erschienen über Saturnal Records. 



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