Section: Reviews 44863Autor: Diggi
Datum: 05.05.2020
Bereich: Reviews

Voltreffer! Die Briten liefern eine Machtdemonstration in Sachen Prog Death Metal ab!

Visitations From Enceladus

CRYPTIC SHIFT

HORNELLA!

„Visitations From Enceladus“ wird als eines der wichtigsten Alben des Jahres 2020 eine neue Benchmark für zeitgenössischen Progressive Metal in der Schnittmenge Death und Thrash Metal setzen. Dafür muss man kein Prophet sein.  „Beyond The Celestial Realms“ aus 2016 war als EP schon ein starkes Statement, wirkte an der ein oder anderen Stelle aber partiell noch ein wenig drüber, oder gar anstrengend was einige sehr prominent in Szene gesetzte Soli angeht.

‚Moonbelt Imumolator‘ erstreckt sich über 25 Minuten und sorgt auch nach mehrmaligen Durchgängen für paralysierte Mimik.  Hier passiert so unsagbar viel und doch gleichzeitig so in sich schlüssig, das man dieses Wunderwerk aus Vektor, Coroner, Gorguts und Nocturnus Einflüssen immer wieder hören möchte. Was hier an Gitarrenriffs und Bassläufen alleine im Opener des Albums steckt – dafür würde die ein oder andere Quoten Prog Band ihre Endorsement  Verträge in das nächste Pfandhaus bringen.  CRYPTIC SHIFT haben sich innnerhalb von 4 Jahren zu einer fast schon übermenschlich wirkenden Extreme Prog Metal Band gemausert, die es mit fast jeder etablierten Band aufnehmen kann.  Die Tempiwechsel sind oft höhere Mathematik, allerdings nie so kodiert, das sich das normal verschaltete Hirn irgendwann mit Grausen abwendet.

Ganz im Gegenteil,man will jederzeit auf dieser phantastischen Perry Rhodan Reise am Ball bleiben. Was passiert als nächstes? Natürlich kommt auch der Vocoder als Stilmittel zum Einsatz, Cynic wird hier auf diese Weise ebenso wie mit dem ein oder anderen Bassmotiv Tribut gezollt. Das latent disharmonische, wahnhafte Momentum kommt sicherlich von Gorguts.  `(Petrified In The) Hypogean Gaol‘  erinnert dagegen wieder mehr –auch aufgrund der gebellten Vocals – an die schweizerischen Großmeister Coroner, allerdings mit Fretless Bass.  Herrlich, der unwirkliche Zwischenpart, der fast schon Lovecraft´sches Grauen evoziert!

'The Arctic Chasm' ist dann zwar alles andere als Silbenklatscher Musik, lässt aber dann auch mal Querverweise zu alten Morbid Angel, Blood Incantation oder gar späten Death zu. Also vielleicht der perfekte Türöffner für Neuankömmlinge in diesem zum bersten kreativen Kosmos der Briten. Man könnte kilometerlange Essays zu diesem wunderbaren Album schreiben, aber manchmal bring es auch ein Satz auf den Punkt: Das ist tatsächliche, anbetungswürdige Kunst!

4 Songs reichen aus um mit den Ufologen von Blood Incantation direkt in die Champions League der Obernerds aufzuschließen.

10 Points. Erschienen über Blood Harvest



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