Section: Reviews 44836Autor: Diggi
Datum: 30.04.2020
Bereich: Reviews

Colorado Thrash Metal!

V

HAVOK

HORNELLA!

Das Sissi Gemecker zu HAVOK ist schwer zu ertragen.... Der Bass wäre seit dem letzten Album "Conformicide" zu "funky", der Titel des fünften Albums wäre einfallslos... Ihr Besser-Schmecke: Macht es doch selber.....anders! Zunächst eimal ist der hin und wieder slappende Bass völlig in Ordnung und verwässert den wuchtigen,Rhythmus betonten Thrash Metal von HAVOK in keinster Weise. Mal ganz kurz: Wer hat sich über dezent funkige Untertöne denn seinerzeit bei den genialen Mordred beschwert? Oder während der Hochzeit der Suicidal Tendencies? Oder bei exotischer Saitenakrobatik bei Blind Illusion oder Ignorance? 

Eines fällt aber im Gegensatz zur bisherigen Diskographie der Amis auf: "V" ist schon sehr im Midtempo verwurzelt. Schwere Widerhakenriffs, satter Beat, dazu die mittlerweile frappierend an Vektor erinnernde Keifstimme des Bandcheffes David Sanchez. 'Interface With Infinite' ist so ein Kandidat. Wohingegen 'Post Truth Era' tatsächlich sehr im Blackend Modus von Metallica agiert. Aber hey, die Justice Scheibe ist nach meinem Dafürhalten eine der besten Alben der Herren, somit ist der HAVOK´sche Einstieg dann auch rasant, griffig und verdammt gut! 'Fear Campaign' passt ganz gut in die gegenwärtige Situation, startet furios mit prallem Soli Einsatz und outet sich als swingender Up Tempo Banger. Wieder etwas finsterer, vielleicht auch technischer agieren HAVOK beim unheimlich vielschichtigen 'Betrayed By Technology' hier rufen die Kerle wirklich alles ab, wofür die Band mittlerweile steht. Technische Finesse, hochwertiger Thrash Metal, kluge Texte, starke Leads, arschcoole Grooves.

'Ritual Of The Mind' erinnert dann wieder an das vierte Album der Tallicas, diesmal an Eye Of.. Vielmehr ist die Nummer aber ein furztrockner Riffer, der auch an das grandiose Infected Nation Album von Evile erinnert. OK, das unter 3 Minuten regelnde Thrash Metal Manifest 'Phantom Force' wirkt auf diesem Album fast schon wie ein kleiner Alibi Thrasher, aber HAVOK machen das nach wie vor immer noch einfach zu souverän und lässig, als das man hier nicht eskalieren dürfte. Mein Favorit in Sachen Technik versus Spielwitz ist eindeutig 'Cosmetic Surgery', übrigens mit ordentlich viel Bass Action! Richtig guter Thrasher, mit intelligentem Riffing. Dazu gesellen sich alte Schule Gang Shouts. Passend zum meisterhaft in Szene gesetzten Artwork von Eliran Kantor passt das surreal Tech Thrash Geschiebe bei 'Panpsychism'. In der Form sind HAVOK schwer von der Liste der Thrash Metal Gipfelstürmer zu streichen, ganz im Gegenteil. 'Merchants Of Death' ist der zweite alte Schule Abriss Quickie und macht aufgrund seiner latenten Crossover Ausrichtung ordentlich Alarm. Ein HAVOK Album ohne Longtrack geht eigentlich nicht, Regen und Gewitter Intro an, gezupfter Klampfenanfang und schon geht es mit dem Abschluss 'Don´t Do It' los. Könnte Live ein echter Atmo Höhepunkt werden, auch wenn das fast schon eine Halbballade ist, die sich nach knapp 5 Minuten zum Finale Furioso aufbäumt.

Bravo, HAVOK! Hoffen wir alle, das dieser unglaubliche Lauf an Alben ohne Stinker noch lange anhält. 

8 Points. Erscheint am 01.05.2020 via Century Media.  



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