Section: Reviews 44809Autor: Diggi
Datum: 25.04.2020
Bereich: Reviews

Glenn und Elvis....

Danzig Sings Elvis

DANZIG

HORNELLA!

Welche? Die Popkulturelle Leitfigur des Mainstream, Elvis Presley verstarb 1977. Im selben Jahr startete Glenn Anzalone mit anderen Wahnsinnigen die glorreichen Misfits. Ist das jetzt hier der in den letzten Jahren oft bemühte "Full Circle"? "Danzig Sings Elvis" ist, das kann man ohne Sarkasmus konstatieren, die beste Hommage des legendären Sängers - zu der Er in der Lage sein kann - an den Übervater aller großen Selbstdarsteller auf der Bühne. Und wenn man in dem Opener 'Is It So Strange' langsam versinkt, dann freut man sich zunächst einmal, das die Stimme des Meisters in dem sehr reduzierten akustischen Setting auf diesem Album sehr gut funktioniert. Glenn kann Elvis singen, das sollte klar sein. Am besten wahrscheinlich zwischen 1988 und 1992, als die streitbare Diva noch eine laufende Kante war, die perfekte Symbiose aus Jello Biafra, Elvis, Dave Mustaine und Glen Benton. Wahn, Finsternis, Stardom, Egozentrik. Die ersten 3 DANZIG Alben sind für euren Schreiberling das vertonte schwarze Evangelium jenseits des Black oder Death Metal. Danach habe ich den Herrn aber immer mehr aus den Augen verloren, vielleicht konnte man auf "4p" noch den ein oder anderen Song liebgewinnen, aber die Zeiten haben damals Glenn überrollt, Marylin Manson schockte MTV und Herr Danzig rutschte im Lack Einteiler im Schweinestall umher.

Egal. 2020 dürfen sich ergraute DANZIG Fans endlich mal wieder über ein richtig gutes Album  des Sängers erfreuen. 'Fever' ist so gut, so lässig, so "fingerschnippsend" basisch inszeniert und doch schwingt immer diese bitterböse Aura mit, wenn DANZIG sein einzigartiges Organ so gut im Griff hat. Auch das authentisch instrumentierte,sehr intime 'One Night' ist eine Wucht. 'Baby Let´s Play House' ist dann die Höhe! Vielleicht das Beste was DANZIG in den letzten 30 Jahren gemacht hat? 'When It Rains It Really Pours' schreit nach Moonshiner und Totalabsturz, übrigens unterschwellig grandios von Glenn phrasiert. 'Always On My Mind' und 'Loving Arms' klingen wie totbringende Grunge Depri Oden. Ja, mit dem Alter versteht man die Evolution der populären Musik immer besser... das vierzehnte und letzte Stück hört auf den Namen 'Young And Beautiful' klingt zum heulen niederschmetternd, im positiven Sinne.

Zwei Dinge schälen sich hier aus der persönlichen Wahrnehmung: Wenn DANZIG auf etwas wirklich Lust hat, dann kann Er immer noch der Impresario des Gehörnten sein. Bezeichnenderweise ist dieses Album allerdings ein reines Coveralbum, welches vorerst als das Beste von DANZIG seit einer sehr, sehr langen Zeit über die Ziellinie geht. 

Dazu kommt - ausser Konkurrenz sozusagen -  der Fakt, das ich mit Elvis nichts anfangen kann. Kompliment, Glenn!

8 Points.

Erscheint am 08.05.2020 physisch auf Cleopatra, seit dem 24.04. digital erhältlich. 



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