Section: Reviews 44546Autor: Diggi
Datum: 10.03.2020
Bereich: Reviews

...alter Wein in neuen SChläuchen?

Feeding The Machine

WOLF

HORNELLA!

WOLF sind eine Institution, wenn es um echten Stahl aus Schweden geht und die Herren sind auch nicht erst seit Gestern dabei. Seit dem Debüt aus 1999 liefern die Mucker immer wieder allerfeinsten Edelstahl.Warum Sie immer noch im Schatten von so arg gehypten Spielmannszügen wie Ram, Grand Magus oder Night Demon agieren, ist mir ein Rätsel. Vielleicht sind die Herren einfach zu selten an der Live Front unterwegs, vielleicht hat auch die Pause von 6 Jahren zwischen dem letzten und dem nunmehr achten Langdreher dafür gesorgt, das WOLF jetzt fast von Vorne beginnen müssen.

Die Überraschung, die sich auch nach dem dritten Durchlauf nicht legen will, obgleich der etwas "glatteren" Herangehensweise, irritiert tatsächlich, denn wenn man "Ravenous" einen echten Klassiker in der Diskographie der Schweden mit "Feeding The Machine" vergleicht, dann fehlt hier schon ein wenig Rotzigkeit und Pissigkeit. Anders herum hat Produzent Fredrik Nordström WOLF einen Anzug geschneidert, der sitzt. Maßanfertigung, denn egal ob 'Shoot To Kill' oder 'Guillotine', ganz beonders aber 'Midnight Hour' und 'Confusion': Das sind alles potenzielle Singles. Regelrecht saturiert, obgleich der Hitdichte, freut man sich dann auf die etwas dunkler ausgelegten Fistraiser 'Cold Emptiness' und den flotten Titeltrack, der von hymnischen Gitarren dominiert wird.

Ansonsten regelt hier Sänger Niklas mit seinem charakteristischen, sirenenhaften Organ, welches allerdings immer mehr an den guten Mike Howe von Metal Church erinnert und das im positiven Sinne frappierend stark! Natürlich muss bei aller kompakten Herangehensweise, die WOLF hier an den Tag legen, auch ein wenig Judas Priest stattfinden, 'Devil in The Flesh' ist so ein Kandidat. Richtig gut! Schön Kniegas geben WOLF mit 'Raven', die Nummer hat das Zeug sich in der Setlist auf längere Zeit zu behaupten, ein schöner Speedster.

Abgeschlossen wird das wohl eingängigste Werk der Schweden vom sinister zerklüftet wirkenden 'A Thief Inside'. "Feeding The Machine" hinterlässt einen ambivalenten Eindruck, nicht nur aufgrund des zwar meisterlich umgesetzten Cover Artworks von Thomas Holm (Mercyful Fate, King Diaomond, d.Verf.) es bleibt aber ein zutiefst verstörend wirkendes Motiv. Nein, vielmehr ist es die ungeheuerliche Konzentration auf kompakte, fast anti-septisch in Szene gesetzte Heavy Metal Songs. WOLF schaffen es zwar durch die Bank Stücke zu präsentieren,di aufgrund ihrer Leichtigkeit sofort ins Ohr gehen, man vermisst aber auch so ein bisschen die speckige Leder und Nieten Attitüde der Herren. Immerhin: Der Schritt Richtung "kommerziellere" Ausrichtung ist WOLF tausendmal besser geglückt als den grandios gescheiterten Enforcer. Insofern ist "Feeding The Machine" das qualitiativ stärkere "Zenith".

8 Points. Erscheint am 13.03.2020 via Century Media.



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