Section: Reviews 44526Autor: Diggi
Datum: 06.03.2020
Bereich: Reviews

.....Zurück in die Zukunft.....

Carnivore

BODY COUNT

HORNELLA!

Mit BODY COUNT verbinde ich krasse Feten, wilde Pogo Action im Pfarrzentrum meines Heimatstadtteils, aber auch ein ganz bestimmtes Lebensgefühl des Crossover im Wortsinn. BODY COUNT haben auf der Schule die Hip Hopper und Charts Hörer gehört und ebenso verstanden wie der Indie Rock Schöngeist oder der Metaller. Im Batt, dem Szeneübergreifenden Tanzpalast seiner Zeit war das Adrenalin spürbar, wenn das kultige Intro des Debüts ertönte und alle zu „…Body Count Motherfucker… die Hüfte kreisen ließen. Unvergessen die angeheizte Atmosphäre auf dem ersten Deutschland Abstecher der Band, damals in Düsseldorf.

BODY COUNT hatten aber auch immer ziemlich schluderige Produktionen und wenn es um geschmackssichere Cover Artworks geht, dann ist das Rap Metal Kollektiv auch nicht immer als Gewinner über die Ziellinie gegangen. Was am Ende zählt ist die Musik und seit "Manslaughter" und "Bloodlust" scheint man wieder an die beiden Frühwerke "Body Count" und "Born Dead" anzuknüpfen. Es sind die typischen Texturen: Ice- T als Zeremonienmeister des Rap, dazu relativ simple Riffs und Drumbeats, die aber in ihrer Gesamtheit aber sofort zünden. So ist 'Colors' ebenso tanzbar wie 'Body Count´s In the House', 'Carnivore' ist ein massiver Riffer, der durch seinen eindimensionalen "Refrain" in Verbindung mit dem herrlich angepissten Rap Flow des Meisters ebenso sofort das Vergnügunszentrum des Hörers stürmt.

'Another Level' ist ein echter Ohrwurm, vielleicht auch weil hier Tausendsassa Jamey Jasta mitwirkt. Ebenfalls überraschend gut läuft die Kollaboration mit Amy Lee rein, 'When I´m Gone' öffnet den stilistischen Besteckkasten von BODY COUNT erfreulicherweise sehr weit! Wer es richtig "explizit" braucht (...also die 'Evil Dick' Liga...d.Verf.) der wird 'Thee Critical Beatdown' mindestens einmal am Tag hören wollen. Cooler Groover!

Bezeichnend, das die US of A anno 2020 immer noch dieselben Probleme unter Schwarzen und Weissen hat und diese wohl auch  - wie auf dem Debüt von 1992 ziemlich schonungslos verarbeitet. Diesmal ist es die Nummer 'The Hate Is Real' die sich zu einem ziemlich ruppigen Thrasher entwickelt. Die Hommage an Motörhead in Form der 'Ace Of Spades' Coverversion kommt bei Ice-T sicherlich von Herzen, ich persönlich bräuchte die Nummer jetzt nicht.

"Carnivore" ist ein ordentlicher High End Wutklumpen, der richtig Bock macht. Eine Leistung von Ice T und seinen Mitstreitern, dieses Gefühl und diesen ganz spezifischen BC Sound in die Gegenwart zu retten, ohne das es "putzig" klingt.

8 Points. Erscheint am 06.03.2020 via Century Media.



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