Section: Reviews 44516Autor: Diggi
Datum: 05.03.2020
Bereich: Reviews

..wieder mal eine Referenz in Sachen zeitgenössischer Progressive Metal!

Fluid Existential Inversions

INTRONAUT

HORNELLA!

Ein INTRONAUT Album zu besprechen ist immer eine Freude. Die Band die mit dem letzten Langdreher „The Direction Of Last Things“ wieder mal die Standards in der zeitgenössichen Progressive Metal Szene gesetzt hat, hat sich 5 Jahre mit „Fluid Existential Inversions“ Zeit gelassen. Was sich nicht geändert hat ist die wunderbar offene, Gig-artige Produktion, die der anspruchsvollen Musik von INTRONAUT genau die Nahbarkeit und Lebendigkeit verleiht, die man bei der ein oder anderen „über-modellierten“ Festplatten Produktion vermisst und das verschroben wirkende, expressionistische Cover Artwork.

Es sind die Stücke, die INTRONAUT wieder mal weit von der Konkurrenz abheben. Das Prog Manifest ‚Contrapasso‘ zum Beispiel, welches herrlich surreale Leads im Mittelteil offeriert, davor immer wieder mal 90er Jahre Death Metal Riffing implementiert, sphärisch sein kann, aber immer extrem tief und weit erscheint. ‚The Cull‘ holt die kratzbürstigen Vocals wieder hervor, die Alben wie „Valley Of Smoke“ zu einem schroff- schönen Erlebnis machten. Doch dieses Album hier steht für Diversität, als Hörer bekommt man es kaum mit, wie unglaublich fragil sich der kantige Riff Duktus des Stückes dann doch noch wandelt, umschmeichelt von wunderbar melodischem Gesang und flirrenden Gitarren. Der perkussive Grundcharakter bleibt dabei erhalten. Wo Mastodon mal für trommelnden Wahnsinn standen, steht nun eine Nummer wie ‚Check Your Misfortune‘. Ein weiterer Höhepunkt! Widerhaken Riffs mit Kopfnicker Garantie hat ‚Pangloss‘ zu bieten. Mit ‚Sour Everythings‘ heben dann Band und Hörer ab, kappen die Verbindung zum schnöden Alltag und beenden dieses meisterliche Album mit einem der schönsten Stücke der Band. INTRONAUT sind die treibende Kraft, vielleicht neben Between The Buried And Me und Haken, wenn es um die neuen Wilden im Progressive Metal geht und Sie könnten tatsächlich einmal die Konservativen Altvorderen von Fates Warning, Dream Theater und Threshold in Sachen Popularität einholen. Wenn es um das Erbe des Genre im Wortsinn geht, dann sind die Musiker diesen Aristokraten der Szene schon enteilt.

9 Points. Erschienen über Metal Blade Records.



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