Section: Reviews 44472Autor: Diggi
Datum: 27.02.2020
Bereich: Reviews

...wieder mal nur Neuerungen vom norwegischen Ausnahmemusiker...

Telemark

IHSAHN

HORNELLA!

Kein Album von Vegard Sverre ist einfach. IHSAHN fordert sich selbst, den Hörer und auch seine erprobte Band, bestehend aus den Avantgarde-Pop Proggern Leprous. "Telemark" ist die erste EP von IHSAHN und zum ersten Mal singt Er in seiner Muttersprache. Die Stücke sind - wenn man das so sagen kann - wieder mehr konventioneller Stoff des Meisters, ohne sich komplett an der Phase zu orientieren, erinnert vieles an die Schaffensphase bis "After". 'Stridig' beginnt ruhig perkussiv, fächert sich dann in einem typisch vertackten Riff des Norwegers auf, natürlich darf auch das Saxophon wieder prominent zum Einsatz kommen.

'Nord' ist in sich etwas kontrollierter, auch wenn IHSAHN seinen Gesang grundsätzlich wieder viel "burschikoser" als wie in der Vergangenheit gestaltet, dominieren hier die Chöre im Hintergrund. Der eigenen Klassiker Riege wird mit dem Titelstück - einer Ode an seiner Heimatregion - ein weiterer zur Seite gestellt. Über 7 Minuten lang, allerfeinster und intelligent arrangierter, progressiver Metal. In dieser Qualität selten zu finden. Im Subtext finden sich auch längst verschollen geglaubte archaisch folkloristische Elemente wieder, wenn auch anno 2020 irgendwie unterkühlter interpretiert. Der herrlich kantige Schrei zu Beginn....da werden Erinnerungen an das letzte Emperor Album wach, ohne das IHSAHN sich hier selbst in die Anachronismus Falle hetzt. Hetzen tut das Stück nach dem sich langsam aufbauenden Beginn trotzdem mehr als ordentlich. Was dann folgt ist selbst für Progressive Fans keine einfache Nummer, denn die Lenny Kravitz Coverversion von 'Rock´n'Roll Is Dead' wirkt trotz toller Herangehensweise irgendwie hölzern, schlägt aber die 'Wrathchild' Coverversion um Längen. Das liegt allerdings nur an mir, dem Adressaten, denn ich kann die Hälfte des Aspergerschen Maiden Setlist- Zwangs nicht mehr hören, egal ob das eben 'Wrathchild', 'Fear Of The Dark', 'The Trooper', 'Blood Brothers' oder '2 Minutes To Midnight' ist. Sorry.

"Telemark" ist für eine EP sehr gehaltvoll, 2 weitere Eigenkompositonen von der Güte des Titelstücks hätten mir noch mehr Freude bereitet.

7 Points. Erschienen über Candlelight Records. 



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