Section: Reviews 44335Autor: Diggi
Datum: 23.01.2020
Bereich: Reviews

Zurück im shredding Psycho Modus!

Ballistic, Sadistic

ANNIHILATOR

HORNELLA!

Jeff Waters ist der „hard working man“ des Biz. ANNIHILATOR sind seine Band und eben diese steuert der Kanadier meistens souverän durch die Widrigkeiten der Musik Industrie. Ganz verstrahlte Gesellen sehen nur die ersten beiden Alben als den wahren Scheiss an, das ist natürlich grober Unfug.

Exkurs: Gerade die Alben nach den beiden Meilensteinen  „Alice In Hell“ und „Never, Neverland“ haben es ebenfalls in sich. „Set The World on Fire“ mit dem charismatischen Sänger Aaron Randall (drittes Album, dritter Sänger….d.Verf.) offenbarte erst viel später seine Klasse. Mit Mike Mangini am Schlagzeug finden sich hier neben dem Titelstück mit ‚No Zone‘, ‚Phoenix Rising‘ oder ‚Braindance‘ ebenfalls essentielle Songs.  „King Of The Kill“ und „Refresh The Demon“ müssen auch in die Riege der unverzichtbaren Alben aufgenommen werden, der Szene Polizei wird davon sicherlich nicht ein Zacken aus dem Prinzessinnenkrönchen brechen….Von „Criteria For A Black Widow“ dem Album mit Ur Shouter Randy Rampage will ich hier gar nicht reden: Eine Frechheit, das diese starke Scheibe in der Wahrnehmung der Adressaten – aber auch in der des Komponisten – so ignoriert werden! Was dann folgte war eine eher unkonstante Phase, die einzige Konstante war das sich ewig ändernde Line-Up. „Carnivial Diablos“ aus 2001 war richtig gut; „Waking The Fury“ dann ganz OK, „Schizo Deluxe“ aus 2005 wieder sehr gut. Zwischen 2007 und 2015 folgten dann Alben, die eher einer Pflichterfüllung oder Dienst am Kunden glichen.  Mit „For The Demented“, dem letzten Album aus 2017 war aber –entgegen vieler Nörgler – wieder ein Aufwärtstrend zu erkennen. Dieser manifestiert sich nun in Form des 17. (!) Albums! „Ballistic, Sadistic“ soll denn nun tatsächlich von einer vollständigen Band eingespielt worden sein….Nun, eines steht fest: ‚Dressed For Evil‘ oder ‚ I AmWarfare‘ sind die besten vertonten Selbstzitate einer prägenden Band. Und ja: Ich will diese typisch psychotischen Gitarrenläufe von Jeff Waters hören! Da ich nie mit dem Gesang von Jeff Problem hatte, komme ich auch auf „Sadistic, Ballistic“ damit bestens klar.  Der Einstieg mit der Videosingle ‚Armed To The Teeth‘ ist sicherlich gut, aber noch besser ist, das die Scheibe mit zunehmender Spielzeit immer stärker, immer zwingender wird! ‚The Attitude‘ ist ein wütender Elefant im Porzellanlanden! Der Beginn mit den explodierenden Gitarren ist ein Schmankerl, der Refrain ist einfach nur überdrehtes Geshoute, so „thrashend“ hat man ANNIHILATOR schon lange nicht mehr erlebt! Mit ‚Psycho Ward‘ gibt es einen griffigen melodischen Stampfer, der dezent an die „King Of the Kill“ Phase erinnert. Richtig gute Gesangsleistung auch, Die Bridge, der Refrain…das könnte ein soon to be classic werden!

Was im letzten Drittel des Langdrehers folgt ist ein weiterer Indikator dafür, das ANNIHILATOR wieder in der Lage sind flächendeckend zu begeistern. Der souveräne Thrasher ‚Riot‘ überzeugt mit griffigem Aufbau und einer latenten – der Song wurde bereits erwähnt – ‚No Zone‘ Attitüde.  Jeff Waters hat wieder richtig Lust die Axt kreisen zu lassen und das völlig frei von selbstauferlegten Zwängen oder Reglementierungen: ‚One Wrong Move‘ hat nicht nur starke, eruptive Soli, sondern auch den typisch hektischen ANNIHILATOR Twist und dazu einen zwar sehr simplen Refrain, all das summiert sich aber prächtig auf.  Wer den gezupften Part in der Mitte nicht als Gruß an die Anfangstage der Band versteht, der trägt den Hut falsch herum! Ja, verdammt ‚Lip Service‘ ist schon sowas wie Knight Jumps Queen Teil 2….aber bitte: Die Nummer groovt wie Hölle! Wenn wir den Band Inzest noch weiter treiben wollen, dann dürfen sich alle Bedenkenanmelder auch auf ‚The End Of The Life‘ stürzen, oder aber einen weiteren fulminanten Rübendemontierer beklatschen. Das ist ANNIHILATOR in Reinkultur, diese Licks, diese Intonation und Rhythmik beim Gesang… „Ballistic, Sadistic“ ist ein lupenreines Thrash Metal Album von ANNIHILATOR geworden und sollte der Band um Stehaufmännchen Jeff Waters einen goldenen Karriere Herbst bescheren!

9 Points. Erscheint am 24.01.2020 via Silver Lining Music/Warner ADA

 



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