Section: Reviews 44327Autor: Diggi
Datum: 14.01.2020
Bereich: Reviews

...das dritte Werk ist so anders wie vertraut....

Schöpfungswut

PORTA NIGRA

HORNELLA!

Das die Avantgardisten (und Provokatuere? d.Verf.) PORTA NIGRA 4 Jahre nach dem letzten Ausrufezeichen „Kaiserschnitt“ nun mit „Schöpfungswut“ das dritte Album zur Diskussion stellen, ist eine angenehme Überraschung. Vorwärts immer, rückwärts nimmer: So ist das neue Album musikalisch ein Blick in die schwarze Vergangenheit der Musiker, das Tempo wurde enorm angezogen und man genießt die Aufarbeitung der 90er Jahre in vollen Zügen. Produzent Markus Stock hat die pechschwarzen, diesmal viel melodiöseren Black Metal Abfahrten in den feinsten Zwirn gesteckt.

 PORTA NIGRA weichen damit von ihrer bisherigen, latent sperrigen und abweisenden Ausrichtung ein wenig ab. Ausserdem veredelt nun auch Tongue, Sänger bei Chaos Invocation die überlangen Stücke. Eindringlich skandiert Er bei ‚Unser Weg nach Elysium‘  „….mein Reich komme…mein Wille geschehe..“ Rasender Furor, flirrende Melodien.  Das Titelstück geht mit seinen knapp über 8 Minuten sogar noch weiter und treibt Musiker und Hörer auf einen Abgrund zu, der Erlösung verspricht. Was sich definitiv nicht geändert hat, ist die herausfordernde Art der Band Texte zu kreieren, die den Hörer zutiefst beunruhigen, fesseln, verstören.  ‚Die Kosmiker‘ wird ab nun wohl die Ode an die Dekadenz sein, die PORTA NIGRA auch mit dem herrlich obszönen Fin De Síecle Duktus etabliert hat. Absoluter Höhepunkt in Sachen Wechselwirkung „schwere lyrische Kost und  epochaler schwarzer Dramatik" ist sicherlich ‚Die Augen des Basilisken‘. So hatte ich PORTA NIGRA nicht zurückerwartet, aber diese Reinkarnation hier steht den beiden Vorgängern in nichts nach und dürfte in Sachen Intensität und Tiefe schon jetzt  eines der essentiellen Werke im einheimischen Black Metal darstellen. Beeindruckend!

9 Points. Erscheint am 17.01.2020 via Soulseller Records.



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