Section: Reviews 44279Autor: Diggi
Datum: 31.12.2019
Bereich: Reviews

...Der Schlussakkord für 2019....ist ein atemberaubender....

Sun Of The Sleepless/Cavernous Gate

SUN OF THE SLEEPLESS/CAVERNOUS GATE

HORNELLA!

Nach einem ausgiebigen Spaziegang in der nebelverhangenen Kirchhellener Heide war ich dann endlich soweit, diese wohl beste Split Scheibe des Jahres zu besprechen. Auch Schwadorf beruft sich auf Landschaften und Forstgebiete in der Röhn, Plätze die der Mutlinstrumentalist immer wieder aufsucht. Ich kann ihn verstehen. 'Wovon Wölfe Träumen' ist ein herrlich offenes, weites Interludium und offenbart bereits den zutiefst Natur-romantischen Charakter dieser Veröffentlichung, die nach den SUN OF THE SLEEPLESS Stücken von CAVERNOUS GATE, der Band des Helrunar Gründers S.K. einer mächtigen Blackend Doom Konfrontation weichen müssen.

Bereits bei diesem instrumentalen Intro stellten sich mir die Haare auf, was für eine Urkraft hier mit dramatischen Chören und gezupften Gitarren entfesselt wird.... kulminiert dann bei 'The Lure Of The Nyght' vollends im Furor des Herrn Schwadorf. Wieder diese ätherischen Chöre, aus einer Anderswelt, wieder macht sich Gänsehaut breit, die Emotionen die hier mit transferiert werden, muss man erstmal absorbieren können. Es übermannt den Hörer regelrecht!

'Fall Of The Lonesome' erinnert an die Kraut-folkigen Zwischenmomente bei den guten alten Opeth, eine Brücke, ein Spalt hinüber zum martialisch stampfenden 'To The Moon Of Summer Eves'. Hier trifft Peter Steele in den Choral-artigen, unwirklichen Zwischenpassagen auf für höchste Weihen veredeltes, episches Bathory Derivat. Spätestens jetzt ist man mehr als ergriffen und empfindet obgleich des anstehenden Jahreswechsels fast Mitleid mit der stumpfen, satten, verödeten Masse, die sich von einer Konsum Orgie zur nächsten hängelt, kurz vor dem Zuckerschock stehend den endgültigen Hirntod in Kauf nehmend....Aber lassen wir das!

Mit dem fragilen 'Kirstall' verabschieden sich SUN OF THE SLEEPLESS und überlassen CAVERNOUS GATE das Feld, die mit dem sakral beginnenden 'Seclusion' ebenfalls einen meditativen Einstieg wählen, ehe dann 'Those Who Walk The Fog' (habe ich das heute Mittag nicht getan? d.Verf.) mit einem zutiefst beunruhigenden, repetitiven Gitarrenmotiv ein sich steigerndes Biest entfesselt. 'Amongst Decayed Grass' startet mit surrealen End70er bzw früh-80er Jahren Keyboards, stürzt sich dann in den tiefen Abgrund und stürzt in Superzeitlupe in die Dunkelheit. Hier bleibt einem die Luft weg, es schnürt dem Hörer die Kehle zu. Nomen est omen: 'A Pale Shimmer In The Dark' versöhnt mit dezentem Peaceville Touch in den Gitarren, ein schreitender Death- Doomer der mit fiebrigen Organklängen und verzweifeltem Timbre in der Stimme den Kreis zum Beginn schliesst.

Diese Split LP ist meisterlich und zeugt von exorbitant hoher, emotionaler Intelligenz. Essentiell!

10 Points. Erschienen über Prophecy Productions.



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