Section: Reviews 43931Autor: Diggi
Datum: 01.11.2019
Bereich: Reviews

Paradigmen Wechsel!

Zorn

MAERZFELD

HORNELLA!

Zorn kann ein durchaus konstruktiver Antrieb sein, aus Zorn kann etwas entstehen von dem sehr viele partizipieren können, wenn Er denn dann richtig kanalisiert wird. MAERZFELD sind mit dem mittlerweile vierten Album "Zorn" viel mehr als die "andere" Band neben der Rammstein Tribute Band Stahlzeit, die von den Bandmitgliedern seit 2005 ebenfalls voran getrieben wird. Die stilistische Reise von MAERZFELD erlebt mit diesem Album ihren vorläufigen Höhepunkt. Mehr harter Rock, weniger Industrial, mehr Kraft aus dem Riff, mehr Virtuosität durch den Mut zu mehr Melodie, weniger NDH Pathos.

Die toll erzählten Texte von Sänger Helfried, der seine Inspirationen aus seiner Arbeit als Barkeeper zieht, sind alles andere als stupide Effekthascherei, eher fast immer auf den Punkt gebrachte Beobachtungen und Standortbestimmungen unserer wunderbaren Endzeitkonsumenten-Konsens Gesellschaft. Beste Beispiele sind hier 'Einer Wie Alle', oder 'Reich'. Ja, da steckt viel Wahrheit drin, ganz besonders "hörbar" werden die lyrischen Ergüsse durch die richtige Balance aus Wortwitz und unprätentiöser Erzählweise. Auch die Schmuddelecke wird nie besucht, so das MAERZFELD eben nicht eine von vielen NDH "Ich provoziere oder verliere" Jahrmarkt Kapelle sind.

Höhepunkte auf einer sehr kompakt und modern produzierten Scheibe sind neben den erwähnten Stücken auch das grandiose 'Menschling' oder das für euren Rezensenten fast schon autobiograpisch und entlarvend anmutende 'Zeig Mir Die Nacht'. Das ist ein Hit, ein Genre Brecher, unterfüttert mit einem dezenten Bourgeoisie Flair.....

Hart riffend tankt sich das Titelstück durch den zackigen Rhythmus, erinnert aber mehr an Metal, als an Fremdschäm Kasperletheater mit Schweisserbrille und Lackhandschuh.

MAERZFELD sollten für den in der Überschrift erwähnten, überfälligen Paradigmenwechsel in der Szene sorgen. Es geht auch aus eigener Kraft und grundsätzlich gilt: Immer erstmal selbst ein Urteil bilden und nicht in den Kanon der satten und domestizierten Besserwisser einstimmen.

Starkes Statement! 

8 Points.Erschienen über Südpol Music.



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