Section: Reviews 43599Autor: Diggi
Datum: 11.09.2019
Bereich: Reviews

Zum letzten Mal?

The Course Of Empire

ATLANTEAN KODEX

HORNELLA!

ATLANTEAN KODEX werden zur Zeit als der Gegenpart zur Fastfood Metal Szene hofiert. Titelstories, Pollgewinne etc sorgen dafür das das wahrscheinliche letzte Album "The Course Of Empire" in aller Munde ist. ATLANTEAN KODEX haben es mit drei Alben geschafft einen eigenen Mythos zu kreieren, der in sich ruhende, mal doomige, immer archaische, mal sakrale, mal an Bathory erinnernde Epic Metal hat glühende Verehrer Land auf Land ab. 

Und ja, 'A Seret Byzantium' wird mit seinen knapp über 8 Minuten ein kohärentes Hörvergnügen. Gerade auf dem Debüt wirkte trotz dem Fanboy Kanon im metallischen Blätterwald noch lange nicht alles so perfekt und unantastbar, wie oft geschrieben wurde. Große Indikatoren für das stärkste Album der Band Dsikographie sind die verbesserte Produktion, der gleich um mehrere Jota verbesserte Gesang von Becker, die zwingenderen Riffs von Trummer und die wirklich wunderbar ausgearbeiteten Refrains und Gesangsarrangements, Absoluter Hühepunk: 'The Innermost Light' So geht wohl vertonte Ergriffenheit, unglaublich stark!

Auch das Titelstück lässt keine Wünsche offen und beginnt irgendwo in einem weit entfernten Manowar bzw Omen Kosmos, ehe es im flotteren Doom Aufgalopp einen zukünftigen Live Klassiker zu beklatschen gibt. So darf urwüchsiger Heavy Metal klingen! Tolle Soli, wunderbare Dramaturgie!

Das das Album mit einem Ambient artigen Outro endet, das mit 'Die Welt von Gestern' betitelt wurde, spornte wohl den ein oder anderen Kollegen an, im Zusammenhang mit dieser Band das Attribut "regressiv" regelrecht zu penetrieren.... Ich halte diesen Begriff für unglücklich gewählt. Warum sollten Acts wie Smoulder, Bell, Khemmis, Cirith Ungol oder Eternal Champion in diesen Zeiten nicht weniger fortschrittlich sein, als es Mr. Bungle 1991 waren? Oder Bands wie Valborg, Alkaloid und Disillusion es im Hier und Jetzt sind. 

"The Course Of Empire" wirkt auf den Punkt komponiert und kompakter, haben sich ATLANTEAN KODEX - es werden nicht alle gerne hören wollen - in der Vergangenheit bei dem ein oder anderen Longtrack auch mal partiell vergaloppiert.... Alleine der Opener 'The People Of The Moon' ist die Essenz der Band, vereint es doch die elementarsten Einflüsse der einzelnen Musiker und steht gleichzeitig für die Fähigkeit, in 9 Minuten nicht einmal Langeweile aufkommen zu lassen. Tolle Bridge, wunderbar erhabener Refrain. Auch das folgende 'Lion Of Chaldea' steht dem in nichts nach.

Ja man liest es nicht oft, aber "The Course Of Empire" ist das stärkste Album der Bayern, weil es die perfekte Mischung aus Epic Nerdigkeit und Griffigkeit bietet. Den höheren Kultfaktor wird sicherlich "The White Goddess" weiterhin für sich beanspruchen.

9 Points. Erscheint am 13.09.2019 via Ván Records.



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