Section: Reviews 43510Autor: Diggi
Datum: 25.08.2019
Bereich: Reviews

Was für ein Glück Herr Witchfinder und Co sind zurück!

From Life To Death

HELVETETS PORT

HORNELLA!

Schmuddeliger Oktober 2009, Tatort Helvete, Oberhausen: Ein magisches Tourpaket zelebrierte reinen, unverfälschten, gefährlichen Heavy Metal in Perfektion. Ram, In Solitude und Helvetets Port sorgten für ein Konzerterlebnis, das sich eurem Rezensenten in ähnlicher Form eingebrannt hat, wie nur ganz wenige andere Live Messen.

HELVETETS PORT haben sich 2011 mehr oder weniger eine Ruhepause verordnet, ehe die Band - an einigen Stellen neu besetzt - 2014 an neuem Material arbeitete. Wichtigste Neuerung: Sänger Witchfinder hat die Gitarre weitergereicht, David Olofsson übernimmt fortan die zweite Klampfe. Natürlich klingt "From Life To Death" in Nuancen anders als das kultisch verehrte Debüt "Exodus To Hell". Trotzdem bleibt die Band sich selbst, ihrem Habitus und den dezent kauzigen Metal Klängen treu. Epischer gehen Sie zu Werke, davon zeugt direkt der wunderbare Opener 'Stan Brinner', Ja, das sind HELVETETS PORT, die pumpenden Bassläufe, der prominente Akzent im Gesang, der dem Vortrag etwas kantig-Osteuropäisches verleiht, dazu diese juvenile Begeisterung für unverfälschten Heavy Rock, Heavy Metal, Speed Metal und jetzt auch leichten epischen Einflüssen.

Der holprige Charme des Einsteiger Langeisens musste zwar der musikalischen Weiterentwicklung weichen, Battle Beast, Accept '(ah...Wolf Hoffmann Ltd. Sorry! d.Verf.) , Powerwolf oder andere Silbenklatsch-Kommando Hörer werden sich aber immer noch mit Grausen abwenden, also alles richtig gemacht, ihr krassen Schweden!

Mittlerweile finden sich auch embryonale Judas Priest Verbeugungen in den Stücken wieder, wie beim sich herrlich steigernden 'The Invincible'. Klasse gemacht! 'Hård mot de hårda' ist dann ein anachronistischer Frontalangriff, skurril wirkender Proto Speed, aber es funktioniert! Witchinder hat deutlich an Intonation und Harmonielehre geschraubt, die charmanten Wackler der Anfangstage sind Vergangenheit. Auch 'Man At Arms' lässt für tradtionelle Metal Banger keine Wünsche offen. Was für ein geiles Riff! Was für eine detailverliebte Ausarbeitung und das in knapp 03:28 Minuten. 'White Diamond' könnte in jeder fiesen Bahnhofsviertel Bummse die Stimmung zum überkochen bringen, ach wie gerne wäre ich dann dabei....

Absolut klassisch, kruder HELVETETS PORT Stoff ist das Titelstück. Entweder man geht darauf steil, oder nicht. Ich jedenfalls stehe gedanklich bei dem dramatisch inszenierten Stück wieder in der ersten Reihe des Helvete anno 2009 und bewundere die weißen Spiralkabel an den Gitarren der Bande...

"From Life To Death" ist in sich so logisch, wie obskur, 'Night Of The Innocent' winkt sogar mit den ersten beiden Rush Platten zu uns rüber....

Ich werde irre, wenn die Kapelle wieder eine knaooe Dekade für Album Nummer Drei benötigt! 

Übrigens hat das Info völlig recht, wenn es darauf hinweist, das beim Start der Band in 2001 noch niemand an Skull Fist (naja....d.Verf.) oder den omnipräsenten Night Demon ( Oh weh...d.Verf.) gedacht hat, auch nicht daran, das eine hoffnungsvolle Trad Speed Metal Band drei Jahre später alles auf links krempelt und 2019 mit offene Buchse versus Pornobalken polarisiert. Cold Lake is gonna get you, no matter how far!

Diese Scheibe hier sollten alle Traditionalisten und positiv Beklopptenauf dem Einkaufszettel haben.

8 Points. Erschienen über High Roller Records.   



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