Section: Reviews 43456Autor: Diggi
Datum: 18.08.2019
Bereich: Reviews

23 Jahre später....

Awakening

SACRED REICH

HORNELLA!

.....hat sich an der allgemeinen geopolitischen und gesellschaftlichen Lage auf der Welt wenig genändert. SACRED REICH hat man schon immer in der "Speakers Corner" der Metal Gemeinde gefunden, in guter Gesellschaft zu Cryptic Slaughter, den Punkern Bad Religion oder in ihren Anfangstagen auch Kreator und Warrior Soul. Phil Rind ist einer der positivsten Charaktäre, der Bodenständigkeit der Ruheständler SACRED REICH wurde immer mit Respekt und Verständnis begegnet, denn ähnlich wie Bolt Thrower hielten die Arizona Thrasher an dem Vorsatz fest, das wenn einen nicht die Muse küsst, man auch keine Alibi Scheiben veröffentlicht.

2018 war es dann soweit und der praktizierende Buddhist Phil Rind hatte neue Songideen. War ich zunächst von der recht schrammeligen Hardcore Punk Single 'Don´t Do It Donnie' eher enttäuscht, so hatte ich dann oben drauf auch noch wochenlange Probleme mit dem neuen Album. Land auf, Land Ab wurde es bereits als DAS Comeback gefeiert.... Ich kam mir schon fast wie ein Paria vor.... Es war schrecklich... 

Nun, was bleibt ist das ich mit der - in meinen Augen - total verhunzten Produktion immer noch nicht klar komme. Das Ziel, eben kein Copy + Paiste Album aufzunehmen, das haben die Herren zwar geschafft, aber rein phonetisch ist die Scheibe echt mies ausbalanciert. Zu dumpf, zu eindimensional. Aber gut, die erste Single 'Awakening' ist ein herrlich zupackender SACRED REICH Melo Thrasher, der flott dargeboten wird und Erinnerungen an das manchmal verkannte "Independent" Album weckt. 'Divide And Conquer' war einer der ersten Songs die für dieses Album geschrieben wurde und ist sogar noch stärker, weil der Chorus schöner ausgearbeitet wurde. 'Salvation' kommt im swingenden Midtempo daher, ist aber von Grund auf immer noch ein Thrasher, hier scheinen SACRED REICH ihr "Heal" Album grüßen zu wollen. Auch das gelingt.

Richtig gut, weil kompositorisch mit dem ein oder anderen Ausrufezeichen versehen und vielleicht auch mit den stärksten Riffs von "Awakening" ausgestattet tankt sich 'Manifest Reality' durch den Raum und verschafft sich aufgrund seiner alte Schule Ausrichtung einen prominenten Platz auf dem Album. Coole Hooks, starker Refrain. So muss SACRED REICH. Für ein "Comeback" Album war das bis hierhin ein formidabler Start. Aber dann, mit 'Killing Machine' findet sich zwar ein flinker Riffer in der Schnittmenge zwischen Punk und klassischem Metal, das Stück wirkt aber eher wie ein Schnellschuss.Mit 'Death Valley' präsentiert uns Phil Rind dann eine glänzlich neue Seite, denn auch wenn die Nummer zunächst dahin plätschert....plötzlich erblüht das Teil in frischesten AOR Farben und entwickelt eine ähnliche Sogwirkung wie Breathing Lightning vo Anthrax. Coole Sache. Eine unter 3 Minuten Eruption wie 'Revolution' erinnert dann wieder an veritable Brecher wie 'Independent', ohne allerdings deren Klasse zu erreichen.

Das abschließende, hochemotionale 'Something To Believe' klaut dann relativ dreist den Beginn von The Wizard, ein Stück das eine All Time Fave Band von Phil Rind und eurem Schreiberling geschrieben hat und mit Sabbath endet... Relativ unspektakulär, wäre da nicht der wirklich tolle Chorus!

"Awakening" ist ein gutes Album, es gilt aber bei aller Sympathie für diese ehrliche Band auch dem Fan gegenüber aufrichtig zu sein: Die Scheibe ist knackig kurz, die Produktion vielleicht auch für den ein oder anderen unter Euch ein Zankapfel und nicht alle Stücke wirken zwingend auf den Punkt geschrieben. Aber: Es ist gut, das SACRED REICH auch endlich mal wieder ein neues Album in die Regale stellen. Alleine auch um mal ein Zeichen zu setzen, wie trivial und bigott die ein oder andere Band heuer unterwegs ist.

7 Points. Erscheint am 23.08.2019 via Metal Blade Records. 



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