Section: Reviews 43454Autor: Diggi
Datum: 17.08.2019
Bereich: Reviews

Ein Manifest des aufrichtigen, extremen Metal!

Necessary Excess of Violence

SORCERY

HORNELLA!

Wir schreiben das Jahr 2019. Es gibt immer noch ein Wacken Open Air, die Check24 Familie lobotomisiert die Republik an den Fernsehgeräten, im Radio schwören Revolverheld und Co die Jack Wolfskin Mütter Militia auf den kommenden SUV Verdrängungskrieg vor der städtischen Kita ein, Burzum ist doof und Sabaton putzig.

Wenn man den Berg nicht erklimmen kann, die Festung nicht einnehmen, dann muss man eben „unten rum“ die Wege suchen.  Der intelligente Metaller kennt das schon länger und erfreut sich daher seit vielen Jahren an hochwertigen und ehrlich gemeinten Veröffentlichungen aus dem Underground.  Heavy Metal hat immer noch mehr mit Herz und Hirn, Überzeugung und Wertedenken zu tun, als mit einem imaginären Bonuspunkte Heft a la Payback. Wer sich von den immer wieder gleichen Booking Agenturen wie die berühmte Sau durch das Mainstream Dorf jagen lässt, bitte. Der verpasst aber bei allem Konzert Stress, worum es eigentlich geht.

Es geht um Bands wie SORCERY, die seit 1986 den extremen Metal Underground von Schweden aus bereichern. Zwar mit mehreren Unterbrechungen, aber Sänger Ole Malmström und Gitarrist Paul Johansson halten die Zügel durch alle Höhen und Tiefen fest und präsentieren nun, mit „Necessary Excess Of Violence“ das vierte Langeisen der Bandgeschichte.  Ja, der Beginn von ‚The Stellar Circle‘ tönt schwer nach dem Intro von Repentless, aber dann entfachen die Veteranen einen Furor, der sofort mitreisst! Wer hier aufgrund der geographischen Fakten typischen Schweden Tod erwartet, der muss umdenken. SORCERY hatten schon immer eine Thrash Metal Einfärbung, was Gitarrentuning und Gesang angeht. Anno 2019 klingen die Herren wie eine diabolische Variante von Master (besonders hinsichtlich der brummeligen Vokills, d.Verf.), Slayer anno 1990 und den Amis von Brutality.

‚Where We Were Born We Will Day‘ hat nicht nur viele W´s im Titel, sondern könnte auch das Credo von SORCERY sein. Geradeaus, keine Gefangenen, aber mit Verve, Chuzpe und Esprit. Herrlich dieser grummeliger Death-Thrasher! Mit ‚The Darkest Part Of You‘ wird dann mal etwas mehr sinistre Atmosphäre zugelassen, trotzdem geht die Sache im Lumberjack Beat unbarmherzig nach vorne! Hin und wieder werden kesselnde Blast Beats eingestreut, aber über allem stehen die mächtigen Riffs, die an die ganz großen a la Dark Angel und Slayer erinnern. Ich nehme es vorweg: Auf „Necessary Excess Of Violence“ findet sich kein Stinker, kein Alibi Song, kein zaghaftes Anbändeln mit potentiellen „neuen Käuferschichte“. Selbst die Bassdrum Walze ‚Of Blood And Ash‘ hinterlässt nur pulverisierte Konsens Metaller! Nehmt Euch mal das Stück ‚I’ll Be Gone In The Dark‘ vor. Mehr Ruppigkeit und Authentizität im flotten Galopp geht kaum! 

Ich ziehe den imaginären Hut vor dieser effektiven Lehrstunde...wie expressiv und kraftvoll echter Death-Thrash geht, beweisen SORCERY mit diesem unglaublich starken Album! Dazu ein Juanjo Castellano Artwork vom allerfeinsten!

9 Points. Erscheint am 20.08.2019 via Xtreem Music



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