Section: Reviews 43417Autor: Diggi
Datum: 09.08.2019
Bereich: Reviews

Die Endlichkeit im Titel....

Born To Perish

DESTRUCTION

HORNELLA!

Ein neues DESTRUCTION Album ist wie ein Kumpel, den man regelmäßig trifft und auf den man sich verlassen kann. Zum ersten Mal seit 1990 treten die Süddeutschen wieder in Quartett Stärke an. Gerne verschwiegen wurde im Zuge der PR um "Born To Perish" und dem vorangegangenen Line-Up Wechsel, das DESTRUCTION in der Zeit von 1994-1998 sogar als Quintett unterwegs waren. Diese Phase war sicherlich eine experimentelle und auch unstet, aber rein von der musikalischen Qualität war es eine enorm starke. Stilistisch auf anderen Wegen, aber 2000 war DESTRUCTION ja dann wieder in Trio Größe und mit Mitbegründer Schmier komplett.

Mit Randy am Schlagzeug und Damir an der zweiten Gitarre sind DESTRUCTION für die Zukunft sicherlich bestens aufgestellt. Musikalisch mäandert die Band mit dem harten Beginn in Form von 'Born To Perish', 'Inspired By Death' und 'Betrayal' inmitten der eigenen Wohfühlzone und macht die Ultras in der Fangemeinde mehr als glücklich. Messerscharfe Riffs, richtig starkes, weil energisches und vitales Drumming, dazu ein Schmier in Bestform. Sicher einer der Frontmänner im Genre mit einer absoluten Signature Keife!

Soweit, so gwöhnlich. Aber: DESTRUCTION schaffen das "revitalisieren" der eigenen Kernkompetenz mit "Born To Perish" bereits zu Anfang viel besser als z.B. auf den Alben "Day Of Reckoning" oder "Spiritual Genocide" . Man lässt unnötiges Blink Blink einfach weg und spielt den einfachen Pass, der aber zielsicher ankommt. Ein Wort zur Produktion: Ähnlich wie Cornelius Rambadt für Sodom das Soundbild einer Thrash Legende entstaubte und belebte, so schafft es hier VO Pulver mit einer hämmernden, humorlosen Thrash Produktion die "neuen" DESTRUCTION als authentisch hungrige Band darzustellen. Auch 'Rotten' knallt ordentlich und erinnert ein wenig an das Material und dessen Niveau der Alben "All Hell Breaks Loose" und "The Antichrist". Das sich langsam aufbauende 'Butchered For Life' erscheint zunächst ein wenig sperrig, entwickelt sich dann aber zu dem klassischen Grower der Scheibe. Das bereits im Vorfeld thematisierte 'Tyrants Of The Netherworld" fenstert tatsächlich ebenso erbarmungslos wie Stücke aus den Anfangszeiten der Thrasher.

Ein weiteres Hochlicht ist das zupackende ' Fatal Flight 17' wo Schmier eine persönliche Geschichte mit einem Tribut an Weltklasse Gitarrist Gary Moore verbindet. Richtig geil ist zum Abschluss das kantige und verfrickelte 'Ratcatcher', eine Brücke zurück zur technischen Phase der Band.

Wäre da nicht das ziemlich mäßige Cover Artwork - "Born To Perish" ist zumindest musikalisch das beste und stärkste Album der Legende seit 2001. Auch wenn der direkte Vorgänger "Under Attack" schon ein ordentliches Brett war. 

Glückwunsch Jungs und hoffentlich bleibt dieses Line-Up konstant, denn in dieser Güte darf es gerne weitergehen. DESTRUCTION zeigen, das man auch ohne verwässerung und offensichtliche Anbiederei an den amerikanischen Markt als Ikone eines Genre starke Scheiben abliefern kann.

8 Points. Erscheint am 09.08.2019 vie Nuclear Blast  

 



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