Section: Reviews 43228Autor: Fetzer
Datum: 07.07.2019
Bereich: Reviews

Steel Prophet mit neuem Sänger...

The God Machine

STEEL PROPHET

Die US-Metaller Steel Prophet veröffentlichten am 26.April 2019 ihr neuestes Album 'The God Machine' über Rock Of Angels Records. Ich war einmal ein großer Fan dieser Truppe. Erstmals aufgefallen sind sie mir 1999 mit dem Hammeralbum 'Dark Hallucinations'. Aber auch die beiden Nachfolger 'Messiah' und 'Book Of The Dead' waren allererste Sahne. Ich besorgte mir damals auch ziemlich schnell einige Vorgängeralben wie 'The Goddess Principle' und 'Into The Void' und war auch davon begeistert.

Für mich boten Steel Prophet eine Mischung aus klassischem US-Metal und der New Wave Of British Heavy Metal mit einem kleinen Schuß Progressivität, ein wenig Kauzigkeit und sie hatten mit Rick Mythiasin einen fantastischen und außergewöhnlichen Sänger in ihren Reihen und natürlich glänzte Bandchef Steve Kachinsky damals schon an der Gitarre. Mitunter erinnerte ihr Sound mal an Fates Warning, Agent Steel, Iron Maiden, mal an ganz frühe Queensryche, gelegentlich sogar an Helloween zu 'Walls Of Jericho'-Zeiten. Mit dem Album 'Unseen' von 2002 stand eine Stiländerung an, wobei ich schon gar nicht mehr weiß, wie groß diese war und danach hatte man mit Besetzungswechseln zu kämpfen, woraufhin ich die Band aus den Augen verlor.

Das aktuelle Werk präsentiert auf jeden Fall einen neuen Sänger. Dieser ist kein Unbekannter, es ist R.D. Liapakis, der ja bekannterweise auch bei Mystic Prophecy singt, eine Band von der ich auch so einiges mag und Bandkopf Steve Kachinsky ist auch noch dabei. Da kann doch eigentlich nichts schiefgehen. Geht es ehrlich gesagt auch nicht. Es wird eine ordentliche Portion Power Metal geboten, welcher sehr gut produziert ist, richtig gut knallt und starke Songs zu bieten hat. Aber irgendwie bin ich doch nicht so ganz zufrieden. Woran liegt das?

Wahrscheinlich wusste ich im Vorfeld zuviel und irgendwie hatte ich wohl noch zu sehr 'Dark Hallucinations' und 'Messiah' im Kopf, Alben die für mich Klassiker sind. Aber so klingen Steel Prophet nicht mehr. Ich hatte wohl auch noch zu sehr den alten Sänger im Kopf, welcher den Sound sehr geprägt hat. R.D. Liapakis ist natürlich auch ein fantastischer Sänger, aber irgendwie ganz anders als sein Vorgänger, zudem habe ich durch ihn immer Mystic Prophecy im Kopf. Das ist natürlich auch nicht verkehrt, aber ich habe mich halt auf ein Steel Prophet Album eingestellt.

Natürlich schimmern ab und an die alten Stärken durch, aber aktuell hören sie sich meiner Meinung nach eher nach knackigen Metal der Marke Primal Fear, Brainstorm und eben Mystic Prophecy an. Aber irgendwie bin ich nicht ganz so befriedigt, als wenn ich wirklich ein Mystic Prophecy Album hören würde und ich bin auch nicht so befriedigt, wie noch zu 'Dark Hallucinations'-Zeiten. Handelte es sich hier um ein Debütalbum einer neuen Band und würde ich die Scheuklappen einmal absetzen, wäre ich wahrscheinlich sogar begeistert. Aber ich hatte nun einmal eine andere Erwartungshaltung und komme davon nicht ganz weg, sorry dafür.

Lasst euch von meiner Voreingenommenheit jedenfalls nicht abhalten, denn dieses Album hat Power, sehr gute Melodien, starken Gesang, sägende und melodische Gitarren und eine wirklich gute Produktion zu bieten. Und Abwechslung. Egal ob schnellere Songs wie der Titeltrack oder 'Thrashed Relentlessly' oder Midtempo-Nummern wie 'Crucify' und 'Damnation Calling', es ist wirklich ein starkes Stück Metall, welches hier geschmiedet wurde. Zudem scheinen mir die Refrains insgesamt eingängiger und melodischer zu sein, als zu früheren Zeiten. Mit 'Buried And Broken' hat man auch eine gute Powerballade am Start. Ach zum Teufel mit meiner Erwartungshaltung, dies hier ist ein starkes Album, welches ich jedem Metal Fan nur empfehlen kann.

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