Section: Reviews 43215Autor: Diggi
Datum: 04.07.2019
Bereich: Reviews

Der Doppler Effekt......

Hospodi

BATUSHKA

HORNELLA!

Die Frage ist so simpel wie schnöde: Braucht die Welt gleich zwei Bands, die unter dem BATUSHKA Banner firmieren? Die Antwort erscheint auf den ersten Blick ebenfalls simpel: Wenn in beiden Fällen essentielle Musik dabei das Endresultat ist, dann in Gottes Namen... Womit wir auch gleich mittendrin wären: Die Musik der christlich-orthodoxen Kirche, den sogenannten "weißen Gesang" und Überlieferungen aus der byzantnischen Kultur  haben diese Version hier von BATUSHKA zu "Hospodi" inspiriert. Wir sprechen hier von der Bounty, als der Band der sogenannten Meuterer um Sänger Bartlomiej. Interessant ist, das der Beipackzettel von Metal Blade die gesamten Nebengeräusche um diese Veröffentlichung komplett ausblendet, denn es steht ja auch noch die BATUSHKA Inkarnation des Gründers Krysztof an, die unter dem Titel "Panhida" erscheint.

Wenn diese BATUSHKA hier Black Metal Arkanum mit opulenter slawischer Totenmesse zusammenführen, dann funktioniert "Hospodi" ganz wunderbar, so wie bei 'Szestoj Czas', dann ist das keifende Erhabenheit im dahin schreitenden Stampftakt. Richtig stark und fesselnd.  Süffisant ist der Rausschmeisser - betitelt wie das noch gemeinsam veröffentlichte Debüt von BATUSHKA.... 

Aber auch dieses Stück kann fesseln, überzeugt mit Atmosphäre die gebündelt auf das Vergnügunszentrum des Hörers zielt, der klerikale Duktus der ausladenden Kompositionen soll gefangen nehmen, oder doch befangen machen? Eher schnöde ist der Beginn von "Hospodi", denn 'Dziewiatyj Czas' kann zwar mit repetitivem Riffing und klirrender Atmosphäre punkten, aber als Einstieg wirkt das eher platt. Die nächsten 3 Stücke spielen sich alle in einem narrativen Modus ab, vieles schleppt sich im Midtempo dahin - was grundsätzlich nicht das Problem ist - wenn nicht die ein oder andere Auflösung des Tempos da wäre.

Das mystisch beginnende 'Polunosznica' sorgt dann für die herbeigesehnte Abwechslung und durchbricht den etwas selbstverliebten Modus Operandi. Hier paart sich dann wieder garstiges Gekeife mit sakralem Chorgesang. 'Utrenia' ist von gleicher Güte und sorgt dafür das "Hospodi" als ein gutes Album wahrgenommen wird, aber eben auch eines mit Geschmäckle ist .

Die Produktion genügt den modernsten Black Metal Ansprüchen und spielt hier klar auch Behemoth Hörer an. Der Schatten des kommerziellen Kalküls? Gab es nicht schon bei einer BATUSHKA Version genug T Shirt und Longsleeve Motive? Was passiert nun bei zwei Bands? Und: Sind nicht schon genug doppelte Lottchen in Form von Entombed, Ratt, Venom und Co unterwegs?

"Hospodi" ist eine gute Scheibe, die Frage ist wie schnell das Thema BATUSHKA für Ermüdungserscheinungen sorgen wird.

7 Points. Erscheint am 12.07.2019 via Metal Blade. 
 



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