Section: Reviews 42857Autor: Diggi
Datum: 01.05.2019
Bereich: Reviews

..und das aus dem Schwarzwald...

Golden Times

VEX

HORNELLA!

Wer meint, das gerade von mir die eher traditionelleren oder total obskuren Neuentdeckungen abgefeiert werden, der täuscht sich gewaltig. VEX haben hier eine der schönsten im Sinne von "orthodox" zu sehende 90er Jahre Crossover Platte kreiert, die völlig eigenständig klingt. Das liegt ganz besonders an dem gar nicht so "auf dicke Hose" ausgerichteten Sänger von VEX, der tatsächlich mehr singt, als shoutet oder gar rapt. Die Gangshouts kommen von den Kollegen an den Isntrumenten, so nimmt einen direkt der tolle Opener 'Golden Times' sofort gefangen. 'Apes' ist dann mit mehr Mainstream Patina versehen und geht als melodischer Hybrid zwischen dne Hochzeiten von Biohazard, Downset und Sick Of it All durch.

Das VEX dann aber durch und durch eben nicht die Schema F Klientel bedienen, dafür sorgt das über 6 Minuten lange 'Moments', welches mit ruppigen Break Downs, voll auf die Fresse Abfahrten und phonetisch wie auch Rhythmisch perfekt getakteten Gesang aufwarten kann, inklusive zerbrechlicher Momente. Auch 'Victims of Ourselves' ist für das Genre ungewöhnlich lang und beginnt mit einem eindringlichen Appell eines Sprach C3PO´s, wie wir ihn von schlechten Youtube Videos oder alten Navi´s kennen. Auch dieses Stück sprüht nur so von Spielfreude und Energie, baut hier und da auch mal das anarchistische Moment der Melo Punk Szene der 90er Jahre auf, inklusive toller Oh-Oh-Ohs im Hintergrund. 

"Golden Times" erinnert oft an die verkannten, großartigen Downset, so ein Riffberg wie 'Kissing The Devil',in all seiner schroffen bis spröden Ausdrucksform hätte den Amis auch gut zu Gesicht gestanden . VEX sind kein Metalcore, kein Schmalz Core, die Jungs wirken einerseits wie aus der Zeit gefallen, klingen auf der anderen  Seite aber fast schon wieder einzigartig. Wer macht den bitte anno 2019 so einen Sound? Auch 'Grandma´s Stories' knallt und kantet ordentlich! Das halb gebölkte, kurze Pamphlet in Sachen Kulturpessismus zu Anfang von 'Till I m Human Again' macht die Jungs von VEX noch sympathischer!

All die Kollegen,die hier den berühmten roten Faden nicht finden, oder generell hier keinen Einstieg finden, sollten sich echt mal selbst hinterfragen, ob Sie die gesamten 90er Jahre in einem hermetisch abgeriegelten Kellergewölbe aus und eingeamtet haben und nur Black Metal und/oder über das sterben der harten Rockmusik abgeätzt haben. Get a life! Oder um weitere Angliszismen zu bemühen: Nicht mutige Kapellen wie VEX, sondern ihr seit der Elephant In The Room!

Früher ging auch Marduk und Clawfinger nebenher!

Sackstarke Scheibe! 8 Points. Erschienen über Boersma Records.



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