Section: Reviews 42705Autor: Diggi
Datum: 09.04.2019
Bereich: Reviews

....nach 8 Jahren Pause folgt nun Album Nummer drei....

Des Wandrers Mär

THORONDIR

HORNELLA

8 Jahre Pause zwischen Album 2 und 3 bei im Underground agierenden Band lässt entweder darauf schließen, das es massive Line-Up Fluktuationen zu verkraften gab, die Band sich im intensiven Stilfindungsdiskurs befand, oder man einfach einen richtigen Schluck aus der Pulle mit dem dritten Album nehmen möchte.

Um bei der Wahrheit zu bleiben: Bei THORONDIR trifft hier so nicht wirklich etwas zu. „Des Wandrers Mär“ ist eine Konzeptscheibe, die den Wanderer als Hauptprotagonist und Suchenden in einer dem Untergang geweihten Welt platziert. Liebe Pagan Metaller aus Bayern: Ich habe die dezente Vermutung das ihr dieses Konzeptwerk „tot“ produzieren wolltet, oder fast kein Ende beim Mixen und Mastern gefunden habt. Ich kenne das aus ferner Vergangenheit selbst, es gibt immer jemanden in der Band, der von einem Sound einer Scheibe nicht ablassen kann und alles nur noch verschlimmbessert. Anders ist der dumpfe und alles andere als dynamische Klang der Scheibe nicht zu erklären. Großes Ärgernis sind da manchmal klägliche absaufenden Gitarren, oder das Schlagzeug.

Nach dem für das Genre des melodischen, deutschsprachigen Pagan Metal typisch melodramatischen Intro in Form von ‚Prolog‘ wetzt ‚Rache durch das Schwert‘ los, ein eher sperriger Opener, der diverse Tempi beinhaltet, ebenso auch verschiedene Gesangsfacetten, von gesichtlosen Growlen über Viking Gekeife. So wirklich auf den Punkt kommt die Nummer nicht. Auch der ‚Fenriswolf‘ wurde schon zupackender vertont und spätestens hier fühlt man sich an eine Größe des einheimischen Pagan Metal erinnert: Black Messiah. Ab hier schimmert die Intonation, die Versform im Gesang, ja ganze Songwriting Muster der Ruhrpott Wikinger immer wieder in verschiedenen „Interpretationen“ durch.

Die melodisch- semi-fokloristischen Gitarrenmelodien wirken gerade zum Ende des Stückes ziemlich bieder, viel besser gestaltet sich der wuchtige Beginn von ‚Dunkle Zeichen‘. Im flotten Duoblebass Midtempo rifft man sich Rock´n´Rolf like durch einen richtig guten Song, der aber auch eklatant an den narrativen Duktus von Black Messian erinnert.

Reim Dich oder ich fress Dich, so geht dann leider weiter, nicht nur was Textung angeht auch das Riffing verfällt danach wieder in einen Jahrmarkt Modus; ‚Thoron‘ glänzt darüber hinaus mit seltsam anmutenden Drum Figuren….‘In der Weite ein Licht‘ zeigt THORONDIR dann aber wieder von einer Seite, die sie öfter zeigen sollten: Etwas gesetzter, nicht minder harsch, aber irgendwie viel fokussierter!

Auch ‚Das Totenherr von Barathir‘ hat seine Momente, die dramatischen Choräle bei ‚Durch des Adlers Augen‘ im Kombination mit dem gutturalen Rezitativ wirken nach und können begeistern. Irgendwie bekommen THORONDIR die Kurve, auch wenn gerade die dramatischen Chor Einsätze wieder an…. Naja, ich lasse es.  ‚Berserkerwut‘ beschließt ein Album, das Ende der 90er Jahre im Ablaze sicherlich wohlwollender abgeschnitten hätte. Dafür dass die Band satte 8 Jahre mit einem neuen Album gewartet hat, ist das Endresultat in Form von „Des Wandrers Mär“ eher ernüchternd. Man merkt schon mehr als einmal, das man hier im Fahrwasser von „First War Of The World“ oder „Walls Of Vanaheim“ einen Treffer landen wollte. Vielleicht beim nächsten Mal dann…

5 Points. Erscheint am 19.04.2019 via Trollzorn 



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