Section: Reviews 42668Autor: Diggi
Datum: 02.04.2019
Bereich: Reviews

Hört, hört!

Something Wicked Marches In

VLTIMAS

HORNELLA!

„Something Wicked Marches In“ ist entlarvend. Zunächst outet es das letzte Morbid Angel Album als endgültig blutleer und schrecklich nichtssagend. Steve Tucker ist zwar ein ähnlicher Dampfplauderer wie der hier bei VLTIMAS involvierte Ex Morbid Angel Recke David Vincent, aber so windig und obskur (das Country Projekt, die Vermarktung von Morbid Angel Songs unter dem I AM MORBID Banner, d.Verf.) die letzten Betätigungsfelder des Ex-Centerfold Boy waren und sind; diese Scheibe hier ist die bessere Wahl für alle vergrämten Trey Azagthoth Jünger!

Ähnlich wie das Starkonglomerat Sinsaenum, überraschen VLTIMAS mit bärenstarken Songs, echtem Bandfeeling und zwingenden Songwriting. Wirkt das Titelstück und Dosenöffner noch als freundliche Geste, näher zu treten, hämmert ‚Praevalidus‘ alles auf Augenhöhe an die Wand. Cryptopsy Drummer Flo Mounier offeriert hier herrlich unaufgeregtes Champions League Drumming, gekrönt von einer der besten Schlagzeugproduktionen des noch jungen Jahres! Rune Blasphemer Eriksen feuert hier ein Widerhakenriff nach dem nächsten aus den Saiten, ‚Total Destroy‘ klingt manisch, archaisch und ist es auch. Darüber grummelt ein nicht mehr ganz so guttural fluchender Herr Vincent. Hier haben sich skandinavischer Non-Konformismus der Marke Mayhem mit extremen Death Metal vermählt, um ewig zu bestehen. Selbs wenn „Something Wicked Marches In“ eine einmalige Angelegenheit bleiben sollte, diese Scheibe zeigt der ein oder anderen altersschwachen Black oder Death Metal Kapelle wo der Frosch die Locken hat. Nach dem unter 3 Minuten wütenden ‚Total Destroy‘ folgt mit ‚Monolith‘ ein groovender Mix aus Morbid Angel Fieberwahn und Blastbeat Wucht. Das völlig entfesselt blastende ‚Truth And Consequence‘ agiert sogar als todbringende Allianz aus Mayhem und Morbid Angel. Wahnsinn!

Aber auch diese Könner hier haben mit ‚Last Ones Alive Win Nothing‘ eine eher beliebig wirkende Doom Death Nummer in der Mitte geparkt,die ein wenig gehaltlos wirkt. Erst mit ‚Everlasting‘ wird die Bremse wieder gelöst, ein herrlich straighter US Death Metal Song, humorlos, gut! Der Wahnsinn in Tüten ist das wütende ‚Diabolus Est Sanguis‘.

VLTIMAS strafen auch mich lügen, die von David Vincent absolut nichts relevantes mehr erwatet haben. Seine letzte Beteiligung als Morbid Angel Musiker in Form von ‚Illud Divinum Insanus“ war ein kreativer Offenbarungseid, gerade weil man hier wohl ganz besonders kreativ sein wollte. Nein, der Versuch ähnlich revolutionär wie seinerzeit Celtic Frost zu agieren, ging hier 2011 gehörig ins Beinkleid. Umso schöner nun, das VLTIMAS kein lauer Aufguss von alten Großtaten ist, sondern zwar die Vergangenheit der drei Musiker nicht unterschlägt, dabei aber völlig eigenständig bleibt.

8 Points. Großartige Produktion, großartige Stücke!

Erschienen über Season Of Mist.

 



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