Section: Reviews 42534Autor: Diggi
Datum: 14.03.2019
Bereich: Reviews

Gelungener Blick zurück mit festem Halt im Hier und Jetzt

...of Serpentine Forces

ILLUM ADORA

HORNELLA!

Hier sind Traditionalisten am Werk die sich mit dem überfallartigen Opener ‚Dominions Of  Spheres Beyond‘ nicht nur als kompromisslos, sondern eben auch aus als Feingeist und Connaisseur im Kollektivt outen. Der manische Schlag in die Fresse erlebt im weiteren Verlauf ein „inne halten“ Moment mit Flüsterpassage und darauf folgender Tempoverschleppung, inklusiver gekonnter Keyboard Untermalung. Keine Frage, bereits hier zeigt sich das dieses Debüt eine kohärent fesselnde Veranstaltung wird. Das unterstreicht das flirrende,  mit einem klaren „Uhhh!“ eingeleiteten ‚Clash Of Swords‘  mit aller Deutlichkeit, Offbeat und wunderbar basische 90er Jahre Black Metal Melodieführung, machen das Stück fast zu einem in pechschwarzen Schattierungen gezeichneten Bild im naiven Stil. ILLUM ADORA gehen mit ‚Forever Dying But Never Dead‘ noch einen Schritt weiter und verweben frühe skandinavische Melo Death/Black Stilelemente in diesen epochalen, aber immer noch rohen Stampfer.

‚Of Serpentine Offerings‘ ist ein wahres Freudenfest, so majestätisch, so klar und fokussiert, so detailliert ausarrangiert kommt dieses schleppende  Black Metal Manifest daher. Das hier der in aller Munde gelobte Patrick W.Engel für das Mastering zuständig war, tut dem Album sehr gut, denn der schroffe Grundtenor, den die Band verfolgt, ist nicht verloren gegangen, sondern meisterlich unaufdringlich transparent interpretiert! Was benötigt solch ein Album? Natürlich den Abgrund, der dann in irgendwann in uns selbst blickt. ‚Nihil Negativum‘ bietet all das, inklusive herrlicher Ufta-Ufta Strecken und verspielter Zwischenparts. ‚Hic Sunt Dracones‘ startet mit einem knackigen Sample aus einem klassischen Schwert & Sandalen Film und steigert sich dann in ein verhasstes Midtempo Pamphlet. Ganz stark ist das Riffing auf diesem Album, wirklich jeder Song hält absolute Wohlfühlmomente in Sachen Gitarren  parat, wenn man das bei einem klar auf die 90er Jahre Phase des Black Metal so skonstatieren kann. Aber warum nicht? ILLUM ADORA wollen hier nicht auf Low-Fi „mimimimi“ machen, sondern zeigen auch, was Sie kompositorisch drauf haben, gut so!

Absoluter Höhepunkt einer klirrend starken Scheibe: ‚Under The Iron Of The Moon‘ und das kurze, beschwörend-antik wirkende ‚Tiusche Man In Wisse Thorn‘.

Ein Freudenfest für Leute die wie ich der Band Sun Of The Sleepless einen Altar geschnitzt haben…

8 Points. Erschienen am 22.02.2019 via Folter Records.



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