Section: Reviews 42523Autor: Diggi
Datum: 12.03.2019
Bereich: Reviews

Unglaublich starke Thrash Metal Scheibe mit Verve und Stil!

Once Human

THWART

HORNELLA!

Ich lehne mich mal etwas aus dem Fenster und behaupte, das THWART mit "Once Human" eines der besten und stilvollsten Metal Alben in 2018 und 2019 zur Diskussion stellen, wenn es um "thinking men Thrash Metal" geht. Ok, ich warte noch auf die neue Pandorium, aber hier soll es jetzt um die Berliner/innen gehen, die ein Debüt mit markerschütternd starker Produktion liefern und es schaffen bei einer Spielzeit von knapp über einer Stunde keinen beliebigen Song zu präsentieren.

Aufgrund dieser wundervollen Tatsache fällt es schwer hier den Höhepunkt des Albums in Songform zu präsentieren, daher wage ich mal eine andere Herangehensweise: "Once Human" ist ein Hochlicht. Die Musik hält sich eine perfekte Waage zwischen Hirn und Herz, nicht zu verkopft, aber immer verdammt "edgy". Trotzdem finden sich aufgrund der Tatsache, das hier mit Secil Sen eine absolute Powerröhre am Mikro steht auch echte Hits. Die unglaubliche Reife und auch Wucht und Stärke des Songmaterials äußert sich auch dadurch, das es gerade im letzten Drittel des Albums mit 'To The Exit', oder dem alles plättenden 'No Way Out' edelste Thrash Kost zu beklatschen gibt. THWART gehen einem generellen Fehler aus dem Weg, wenn es um Metal Bands ohne Kerl am Mikro geht: Sie lassen Secil ihre enorm variable und charakteristische Singstimme im Fokus, wenn es mal grummelig und growlig wird, dann übernimmt das ein Bandkollege. Aber auch Secil zeigt Krallen und erinnert dabei an eine weitere Meisterin ihres Faches, an Adrienne Cowan.

Habe ich persönliche Favoriten? Klar, das dezent vertrackte 'Apocalypse' mit orientalisch anmutendem Flair, oder das Triumphirat zu Beginn von "Once Human". 'Once Human, 'Borders' und ganz besonders 'Parasite' und 'Violent Self' sind absolute Feinkost und zeigen eine Band, die es nicht darauf anlegt käsig wirken zu wollen, oder Tourette am Zuckerstreuer zu praktizieren; THWART sind anders, THWART mixen massive Härte, Riffberge, verzwicktes Drumming und ein fettes Bassfundament mit einer echten Sensation am Mikro. 

Diese Kapelle hier beweist das, man modern agieren, aber trotzdem unkonventionell denken und ganz besonders heavy sein kann. Solche Alben kommen eben nicht am Fließband aus den Legebatterien der sogenannten großen Independent Label. Solche Alben kommen aus dem Bauch und treffen mitten in das Herz. 

Das ist Thrash Metal mit Chuzpe!

9 Points.

 



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