Section: Reviews 42500Autor: Diggi
Datum: 11.03.2019
Bereich: Reviews

Rerum cognoscere causas!

Protogoni Mavri Magiki Dynasteia

MYSTIFIER

HORNELLA!

Also, dann gehen wir den Dingen mal auf den Grund und der ist bei Krawallbrüdern aus Brasilien ja bekanntlich sehr tief..... 

Nach „Profanus“, dem letzten regulären Langdreher der kongenialen Südamerikaner aus 2001, ist es bis auf das Box Set „Baphomet Goat Worship“ 7 Jahre später, bedenklich ruhig geworden. Nicht das unkonventionelle VÖ – Taktungen nicht zu dem manchmal etwas wunderlichen Duktus der Band passen würde, aber als dann Frontgöbler und auch noch Schlagwerker ersetzt wurden, durfte man mehr als gespannt sein auf ein neues Lebenszeichen der Extreme Metal Pioniere MYSTIFIER.

„Protogoni Mavri Magiki Dynasteia“ ist wie eine Hydra, schleppende Lava Sequenzen wechseln sich mit archaischem Rumpel Galopp wie bei ‚Akhenaton (Son Mighty Sun) ab, das Textkonzept ist Multilingual angelegt, die diversen Stimmfärbungen lodern genauso schnell auf und entwickeln ein rüdes Eigenleben, wie Sie dann auch wieder erlischen. ‚Witching Lycanthrophic Moon‘ beginnt dann hörspielartig wie ein Exorzismus mitten in einem Wolfsrudel, sehr stimmungsvoll und wer die Band mag, der goutiert das auch. Für mich mit dem wahnhaft wirkenden ‚Demoler Las Torres Del Ciero (En Nombre Del Diablo)‘ eines von vielen Hochlichtern. Das ganze Album wirkt wie eine aus den Fugen geratene Geisterbahnfahrt und das ist keineswegs despektierlich gemeint! Da Acheron ja in den Sack gehauen, Agressor nicht aus den Hüften kommen, braucht es unbedingt neuen, atmosphärisch-sakralen pechschwarzen Metal, der sich weder an der Low Fi Ästhetik der Skandinavier noch an dem verdrogten Fieberwahn der Kollegen aus z.B. Indonesien anbiedern muss. MYSTIFIER sind einfach MYSTIFIER und so ein fies kriechendes Riff mit  Gurgel Rezitativ im Hintergrund wie zu Beginn von ‚Soultrap Vengeance Of Vengeance‘ ist Beleg genug dafür, was mit archaischer Stimmung gemeint ist.

Ob man in ein paar Jahren „Protogoni Mavri Magiki Dynasteia“ in den Klassiker Kanon mit „Wicca“ und „Göetia“ aufnehmen wird, wird sich zeigen. Fesselnd, bedrohlich und echt sind Stücke wie das herrlich knatternde alte Schule Death Metal Manifest ‚ Al Nakba (666 Days Of War) definitiv!

Ob die für MYSTIFIER Verhältnisse modern tönende Produktion alle Supporter glücklich machen wird….nun auch das wird sich zeigen. Aufgrund der Tiefe und der Mehrdimensionalität der Songs wäre hier eine verwaschen-verhuschte Produktion sicherlich der falsche Ansatz gewesen.

8 Points. Erschienen über Season Of Mist.



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