Section: Reviews 42465Autor: Diggi
Datum: 05.03.2019
Bereich: Reviews

...die Leiden des Alexi?

Hexed

CHILDREN OF BODOM

HORNELLA!

Spötter behaupten ja immer gerne, das es Bands wie eben z.B. CHILDREN OF BODOM gibt, die seit Jahren immer wieder das gleiche Album aufnehmen. Solche Aussagen zeugen nicht nur von Überheblichkeit sondern auch ganz profan von Null Ahnung. Als 1997 das Debüt der Finnen ausgeliefert wurde, revolutionierte das ein Sujet, das bereits partiell in kitschig-komatösen Zuckungen lag. Die Melange aus Gates Of Ishtar Galligkeit und dem Barock von Rainbow und der Shred Virtuosität eines Herrn Malmsteen war und ist einzigartig. Somit haben COB einen eigenen Stil erschaffen, das gelang in Folge mal weniger gut ("Follow The Reaper" ist definitiv nicht das Signature Album der Band, da zu sehr auf Nummer sicher, d.Verf.) oder ganz hervorragend mit z.B. "Are You Dead Yet? " mit seiner brutalen Wucht und Neujustierung. Den Kniefall in Richtung Ami Land in Form von "Relentless Reckless Forever" muss man allerdings auch als Tiefpunkt begreifen.Gerade die letzten beiden Alben "Halo Of Blood" und "I Worship Chaos" sind allerdings wieder erstklassige Werke.

Was kann nun "Hexed" nach 4 Jahren Album Pause? Ganz ehrlich: Der Einstieg wirkt leider sehr ernüchternd, mit 'The Road' und dem von einer poppigen Keyboard Sequenz flankierten 'Under Grass And Clover' beginnt man im zweiten Gang und will nicht hoch schalten....Auch 'Glass Houses' bietet Kickdrum ohne Pause, aber kann mit eher uninspiriert wirkendem Midtempo und Off Beat nicht wirklich für Verzückung sorgen.... Sollte dieser gebrauchte Einstieg im direkten Zusammenhang mit dem leicht mitgenommen wirkenden Bnadcheffe Alexi Laiho stehen? Schaut man sich aktuelle Bandfotos an, dann macht der Herr keinen wirklich fitten Eindruck..

Als COB Unterstützer kratzt man sich langsam um die Augenbrauen herum...dann ein schöner spooky Einstieg zu 'Hecate s Nightmare', zwar auch ein eher verhaltener Song,aber hier blitzt die Grusel Atmo des genialen "Hatebreeder" Albums auf. "Hexed" und auch COB scheinen sich jetzt zu schütteln und tatsächlich: Mit dem entfesselten 'Kick In A Splee' sind CHILDREN OF BODOM plötzlich mit aller augenzwinkernden Giftigkeit und Durchschlagskraft zurück! 'Platitudes And Barren Words' sprudelt gar über vor Spielfreude, den liebgewonnen, barocken Keyboardläufen und einem grummeligen Alexi, der hier auch endlich mal wieder eine ordentliche Bridge bzw. Refrain raus haut.

'Hexed' wird ein zukünftiger Livestandard werden, das sollte klar sein. Klassischer COB Stoff, Rasant, verspielt, rotzig. In der Folge hält das Album den mit Song Nummer Vier anhaltenden Aufwärtstrend und endet mit 'Knuckelduster' sogar in der Riffwalzen-Groove Phase von "Are You Dead Yet? "

Stellt sich die Frage, warum die Band mit den ersten drei Stücken so "hinter dem Berg hält"? Ich habe naturgemäß dazu keine Erklärung, da ich nicht beim Songwriting respektive Aufnahmeprozess den Finnen über die Schultern geschaut habe. Im Umkehrschluss wäre mit einem stärkeren Start hier sicherlich ein Punkt mehr möglich gewesen. COB Fans sollten hier nach intensiven Hördurchläufen entscheiden.

7 Points. Erscheint am 08.03.2019 via Nuclear Blast.  



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