Section: Reviews 42419Autor: Diggi
Datum: 28.02.2019
Bereich: Reviews

Sie sind wieder da....

Sempiternal Void

UNDEAD PROPHECIES

Wer hätte anno 1988 oder 1990, als Meilensteine wie Leprosy oder Spiritual Healing veröffentlicht wurden daran denken können, das es anno 2019 Bands wie Kaotik, Morfin, Gruesome oder eben Undead Prophecies geben würde, die sich mit Haut und Haaren dem Schaffen des Chuck Schuldiner verschrieben haben? Wohl kaum jemand. Nun, diese angeblich in Frankreich beheimateten Kuttenmänner haben sich jüngst von dem in Legion genutzten Bandnamen Undead verabschiedet und firmieren nun unter dem UNDEAD PROPHECIES Banner.  4 Jahre nach dem Debüt „False Prophecies“ legen die klandestinen Herren nun fulminant um einiges roher und blutiger mit „Sempiternal Void“ nach. Das heißt – um im Schuldiner Universum zu bleiben – die untoten Äbte haben die etwas gemäßigtere Spirtual Healing Phase mit viel Power Drumming und Gitarrensaiten Tapping verlassen und tauchen den Hörer Hals über Kopf in ein verseuchtes Leprosy Gebräu.

‚ I Summon Demons‘ knallt ohne große Umschweife mit wütender Double Bass und ruppigem Riffing los und wirkt wie ein Überfall, ehe im zweiten Drittel das Tempo gedrosselt wird und man im typischen Death- Swing angekommen ist. Keine Angst, es wird schnell wieder Fahr aufgenommen. Was für ein kapitaler Schlag. Die Vokills von King Oscuro sind dem ganzen Setting insofern angepasst, das der Herr hier noch bösartiger als wie schon auf dem Debüt röchelt. ‚Suffocated Vanity‘ kommt was die Gitarren angeht etwas verspielter rüber und schafft es wie diverse Gruesome  Großtaten, die übergroßen Death wieder zu reanimieren. Das ist ein schwer zu beschreibendes Gefühl, Gänsehaut ist hier ein gutes Stichwort.  Beim bedrohlich sphärischen Beginn von ‚Insidious Manipulations‘ hupt schon gewaltig der Shoko Bus, ehe das Teil in einen Ghou-Ritt erster Güte ausartet. Ganz groß!

‚Unholy Entity‘ rüpelt in unter 4 Minuten alles in Grund und Boden , das ist Death Metal in seiner kraftvollsten Essenz.  Auf „Sempiternal Void“ jagt ein todesmetallisches Hochlicht das Nächste und es ist schwer hier absolute Überflieger auszumachen, aber eines sollte klar sein: Wer solch ein kohärent hochklassiges und intensives Album in diesem Genre veröffentlicht, der darf und muss sich 2019 vor der Konkurrenz im Death Metal Sujet nicht verstecken, sondern führt dieses vielleicht schon mit an. Altersschwache oder blutleere Alben von Pestilence, Morbid Angel und Co sind dafür Indikator genug.

9 Points. Erscheint am 22.03.2019 via Listenable Records



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