Section: Reviews 42376Autor: Fetzer
Datum: 22.02.2019
Bereich: Reviews

Starkes Debüt

Imperium

WALLS OF BLOOD

Der kanadische Ausnahmegitarrist Glen Drover ist mir vor allem durch seine eigene Power Metal Band Eidolon bekannt. Mit dieser hat er einige fantastische Alben veröffentlicht, aber das letzte Lebenszeichen der Jungs liegt schon einige Jahre zurück. Inzwischen hat Glen für verschiedene namhafte Bands gearbeitet, u.a. für Megadeth, King Diamond und Testament. Nun hat er eine neue Band aus der Taufe gehoben,die sich Walls Of Blood nennt. Glen ist natürlich für die Gitarren zuständig, aber auch für die dezent vorhandenen Keyboards. Desweiteren sind Scott Barrymore(Drums), und Chris Miles(Bass) mit von der Partie. Auf zwei der insgesamt zehn Stücke ist Joe Dibiase am Bass zu hören. Dass es sich wohl nur um ein Projekt handelt, mache ich an der Tatsache fest, dass man keinen festen Sänger hat, sondern sich für diesen Posten einige namhafte Größen an Land gezogen hat.

Es wird hochkarätiger Heavy und Power Metal geboten im Sinne von Power. Also ohne Schnörkel, Bombast oder Opera-Zeug. Natürlich sind auch gewisse Ähnlichkeiten zu Eidolon vorhanden, jedoch gehen diese mitunter auch mal progressiver zu Werke. Da an den Instrumenten ja durchweg eine Truppe spielt und sich viele der Sänger stilistisch gar nicht mal so unähnlich sind, klingt das Album fast wie aus einem Guß. Ich sage fast und erkläre später warum. 'Leave This World Behind' nennt sich der flotte Opener und wird von Nils K. Rue(Pagan's Mind) eingesungen. Diesen habe ich stimmlich immer mit Michael Kiske verglichen, hier hört er sich jedoch wie ein junger Geoff Tate an. Dieser Geoff Tate wurde ja bekanntlich von Todd La Torre bei Queensryche ersetzt. Dort hört sich Todd ja wirklich auch fast wie Geoff an. Bei Crimson Glory war Todd ja auch einmal tätig gewesen und es war verblüffend, wie sehr er Midnight damals ähnelte. Hier ist er auf dem zweiten Stück 'Discordia' zu hören, welches etwas vertrackter als der Opener ist und bei dem Todd sich halt nicht wie eine Kopie anhört, sondern seine eigene Stimme entdeckt zu haben scheint, die auf jeden Fall auch klasse ist. Diese beiden Auftaktstücke sind sehr stark und da hier auch Glen prima soliert, kann ich nur sagen, ein sehr guter Beginn. Es ist schön Henning Basse(Metallium, Firewind) mal wieder zu hören, der gleich auf drei Stücken vertreten ist, wobei mir das gut nach vorne treibende 'Seven Spirits' am Besten gefällt. 'Tarnished Dreams' mit Tim 'Ripper' Owens zählt sicherlich auch zu den Höhepunkten. 'Dark Lords Of Sleep' mit Dan Cleary ist zumindest solide.

Kommen wir nun zu den Stücken, die für mich, obwohl sie im Grunde stark sind, ein wenig wie Fremdkörper wirken. Die bisher genannten Barden sind sich meiner Meinung nach stilistisch sehr ähnlich und von dieser Stilistik sind mir Chuck Billy von Testament und Matt Cuthbertson von Into Eternity zu weit entfernt. Auch das Alice In Chains Cover 'Junkhead' passt mir nicht so wirklich ins Bild. Man möge mich nun kleinkariert nennen, aber ich hätte gerne ein 'reines' Power Metal Album gehabt, weil halt so viele gute Ansätze dafür da waren. Wenn ich Punkte für dieses Album verteilen würde, dann bekämen sie von mir eine 7 oder 7,5 von 10. Wen solche Kleinigkeiten nicht stören, der kann getrost nochmal einen Punkt draufpacken. Ich hätte das pfeilschnelle 'Walls Of Blood' halt nur zu gerne mit Tim Owens gehört, da ich denke hier hätte eine Priest-mäßige Stimme am Besten gepasst. Erscheinen wird 'Imperium' am 22.02.2019 via Metalville.

https://www.facebook.com/Walls-Of-Blood-579538659141096/



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