Section: Reviews 42237Autor: Diggi
Datum: 29.01.2019
Bereich: Reviews

...wenn im Rückspiegel vieles anders erscheint....

The World Needs A Hero (Re-Release)

MEGADETH

HORNELLA!

Via BMG wird dieses Album nun dezent neu abgemischt auch nach 18 Jahren das erste Mal auf Vinyl veröffentlicht. Die Scheibe hatte es 2001 nicht einfach. Dave Mustaine laborierte an einer schwierigen Verletzung, ob MEGADETH überhaupt weiter machen konnten stand damals in den Sternen. An der Basis hatte sich Herr Mustaine mit halbgaren Melodic Metal Scheiben wie "Youthanasia" oder "Cryptic Writings" viel Kredit verspielt, das "Risk" Album war ein Totalausfall und sollte eigentlich auch so nie unter dem MEGADETH Banner veröffentlicht werden, so sinnierte Dave jedenfalls Jahre später über dieses Alternative Metal Experiment.

Somit sollte "The World Needs A Hero" vieles wieder "reparieren", polarisierte aber zunächst mit einem haarsträubend schlechtem Cover Artwork, zusammengebastelt aus der "No Mr. Nice Guy" Maxi und einem billigen Splatter Schnappschuss, welches später entschärft wurde..Auch die ziemlich reduziert-basische Produktion war zunächst gewöhnungsbedürftig, gewinnt aber jetzt anno 2019 deutlich an Stellenwert.' So startet man mit 'Disconnect' in ziemlich solider "Countdown To Extinction" Manier und  - immerhin flottem Off Beat - hier durften graue "So Far..So Good..." Shirt Träger hellhörig werden. So schlecht ist der Einstieg also nicht, Der Titelsong kommt da schon wieder latent uninspiriert rüber, Sprechgesang von Dave Mustaine, gefolgt von einem gebrauchten Refrain, das alles basierend auf einem perkussiven Fundament.... 'Moto Psycho' ist dann wieder flotter, erinnert an die rotzige "So far...So Good..So What!" Phase, endlich blitzen auch mal wieder die charakteristisch-vertrackten Gitarren Leads des Meisters auf.

Erst jetzt fällt auf, das '1000 Times Goodbye' das 'Tornado Of Souls' Thema des telefonischen "Schluss-machens" wieder aufgreift. Für knapp 6 Minuten vielleicht ein wenig zu lang, aber definitiv ein gut gealtertes Stück von MEGADETH. 'Burning Bridges' ist mit seinem Stakkato Riffing und den herrlich schnodderigen Vocals so etwas wie der vernachlässigte Cousin von 'Sweating Bullets'.. Auch hier ist man dann wieder überrascht, das anno 2001 diese Scheibe wirklich komplett versägt wurde. Völlig daneben: Die Ballade 'Promises', hier darf man gerne den Verdrängungsmodus einschalten, herzlich willkommen im schwarzen Loch dieses Albums, denn auch mit 'Recipe For Hate...Warhorse' oder dem lahmen 'Losing My Senses' wird es nicht besser!

Gut das dann 'Dread And The Fugitive Mind' völlig überraschend "Rust In Peace" oder "Countdown To Enxtinction" Klasse offeriert. Erstklassige Gitarrenarbeit, ein richtig guter Chorus und dezent verzwicktes Drumming, dazu schön angeranzt-angepisst Vocals von Dave! Definitiv ein Song der über die Jahre in Vergessenheit geraten ist! Hier empfehle ich jedem Deth-Head mal wieder die "Rude Awakening" Live DVD zu schauen, hier eröffnet die damalige MEGADETH Besetzung ihren Set mit dem Stück. 'Return To Hangar' gewinnt auch mit jedem weiteren Durchlauf, charmant auch die Aufnahme der Handlung in den Lyrics des "ersten Teils"...

Leider ist danach auch Schluss mit der Herrlichkeit, denn 'When' ist ebenfalls ärgerlich uninspiriert, der Bonus Track 'Coming Home' hätte auch auf dem Kernschrott Album "Supercollider" keine gute Figur gemacht.

Was bleibt also zu sagen: Ich kann mich gut an das Konzert von MEGADETH in der Zeche Bochum mit diesem Album erinnern, ein guter Indikator dafür wie es damals um einen Teil der sogenannten Big Four bestellt war, wenn man bedenkt das Jahre später MEGADETH die Veltins Arena ausverkauften, eben mit der "The Big Four" Tournee. "The World Needs A Hero" gewinnt - so traurig es ist - aufgrund von darauf folgenden Tiefschlägen wie "Thirteen", "Supercollider" oder dem ziemlich überbewerteten "Dystopia" dann doch an Klasse und Daseinsberechtigung. Immerhin wird so eine enorm starke Besetzung in Form von Mustaine/Ellefson/Pitrelli/DeGrasso wieder in die Wahrnehmung der Fans zurückgeholt. 3-5 richtig gute Nummern finden sich hier definitiv, somit agiert die Scheibe mit "United Abominations" im ungerechtfertigten Fegefeuer der Banddsikographie. Also, checkt die Scheibe entweder im Erstkontakt, oder einfach wieder mal an!

Erscheint am 15.02.2019 via BMG



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