Section: Reviews 42190Autor: Diggi
Datum: 22.01.2019
Bereich: Reviews

Der König hält Hof.....

Songs For The Dead Live

KING DIAMOND

HORNELLA!

Es gibt KING DIAMOND Fans. Alle anderen bräuchten theoretisch hier gar nicht mehr weiterlesen, denn seit mehr als 30 Jahren polarisiert Kim Bendix mit seinem Konzept, seinen ausufernden Grusel Stories und besonders mit seinem Gesang. Das letzte Studio Album datiert auf 2007 zurück, seitdem war der King fast ein Dauer-Rekonvaleszent, sprich: Die Gesundheit des Meisters musste wieder hergestellt werden, danach folgten triumphale Live Auftritte, hier durfte ich 2013 aus dem Fotograben heraus einem Idol meiner Jugend ganz nah sein, zuletzt war ich Zeuge von Live Messen in den 90er Jahren, in der Zeche Bochum oder der Zeche Carl. Spätestens hier dürfte klar sein: Ich bin Fan! Das in den Jahren danach mehr oder weniger der übliche Compilation und Re-Release Wahn über die zu spät geborenen King Jünger herein brach, nun ja das gehört mittlerweile zur neuen Marktsituation in der Branche. Nun liegt mit „Songs For The Dead Live“ das dritte Live Album des KING DIAMOND vor, gleich 2 Auftritte - Belgiens Graspop Metal Meeting im Juni 2016 und Philadelphias Fillmore im
November 2015 – wurden für eine üppige DVD/Blue Ray und eine Doppel CD festgehalten. Auch hier merkt man: Die Mannschaft im Diamond Camp lässt sich wie immer Zeit, vorschnelle, nicht wertige VÖ´s gibt es nicht! Beide Konzerte liefern nahezu gleiche Setlisten, im Zentrum steht die komplette Aufführung des Klassikers „Abigail“ aus 1987. Immerhin bietet der King den Fans zuvor noch einen knackigen 7 Song Ritt durch die Diskographie, natürlich werden die Standards bemüht, das ist wie bei vielen anderen großen Bands Fluch und Segen zugleich. Jedenfalls freut man sich über ‚Eye Of The Witch‘, auch wenn das Album „The Eye“ nicht mehr mit den ersten Vier Göttergaben von KING DIAMOND mithalten kann. Der Sound ist natürlich über alle Zweifel erhaben und zum Glück nicht so extrem nachbearbeitet, wie es bei „Deadly Lullabyes Live“ der Fall war. Die Performance des King ist atemberaubend. Er scheint in der Form seines Lebens zu sein, ähnlich wie die Kollegen Dickinson, Halford oder Osbourne hat auch der Däne die zweite Luft in den Lungen! Wunderbar!

„Abigail“ sollte in seiner Dramaturgie und auch mit den göttlichen Songs wie ‚Omens‘ oder ‚The 7Th Day Of July 1777‘ – um ein paar aus der „zweiten Reihe“ zu nennen – hinlänglich bekannt sein. Somit nehme ich als KING DIAMOND Messdiener dieses langerwartete Lebenszeichen eines Ausnahmesängers zum Anlass, mich auf ein folgendes, neues Studioalbum freuen zu dürfen. Die visuelle Variante, sprich die DVD lag mir leider nicht vor, erste Teaser versprechen aber auch hier großartiges!

Kleiner Exkurs: KING DIAMOND ist viel mehr als Mercyful Fate Erbverwalter und „Abigail“ Anchorman! „Fatal Portrait“, „Abigail“, „Them“, „Conspiracy“ sind ikonenhafte Klassiker, aber auch Alben wie „The Puppetmaster“ aus 2003, oder die partiell klaustrophobisch fiesen „Voodoo“, „The Graveyard“ und „The Spiders Lullabye“ sollten nicht nur Fans, sondern auch der King für sich wiederentdecken! Es lohnt sich!

In der Kombination Konzertfilm und CD sicherlich essentiell!

8 Points. Erscheint am 25.01.2019 via Metal Blade Records. 



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