Section: Reviews 42126Autor: Diggi
Datum: 11.01.2019
Bereich: Reviews

Dieser Frost wird und das ganze Jahr hindurch begleiten....

Black Frost

NAILED TO OBSCURITY

HORNELLA!

Das Jahr 2019 beginnt ähnlich stark wie 2018, mit NAILED TO OBSCURITY steht bereits im Januar ein Jahres Hochlicht in Sachen melodramatischer Melo Tod fest.  Nachdem 2012 Burial Vault Fronter Raimund Ennenga den Posten des Sängers bei den Niedersachsen übernommen hatte, hat die Band anscheinend mehrere Quantensprünge – zumindest für außenstehende – hingelegt. „Black Frost“ ist in sich dermaßen kohärent hochklassiges Hörvergnügen, strotzt nur so von höchst emotionalen wie kraftvollen Motiven, das es schwer wird hier den einen Song in den Fokus zu rücken. Vielleicht ist es das 8 Minuten Wunderwerk ‚Cipher‘? Sicherlich beinhaltet dieses Stück wunderschöne Gitarrenarbeit, introvertierte Momente, aber auch eskapistische. Man lässt los, lässt sich von dem teilweise angeproggten, schweren Stücken einfach treiben.

Ätherische beginnend wie bei ‚Resonance‘, flirrend, langsam Dramatik aufbauend….. „Black Frost“ lässt die Herzen aller vergrämten Opeth Messdiener wieder schlagen, NAILED TO OBSCURITY sind anno 2019 Bands wie In Mourning oder mittelalten Katatonia viel näher, als wie in den Anfangstagen den großen Altvorderen des konventionellen Melodic Death Metal. Gutes Stichwort: Konventionell ist hier schon lange nichts mehr. Dieses Album wirkt sowas von diametral zu der ganzen „Verschunkelung“ eines Genre, es ist eine Wohltat. Selbst die Jahreszeit passt perfekt zu der gedankenverlorenen, bedeutungsschwangeren (im positiven Sinne! D.Verf.) Musik. Die Band schafft es mit schwelgerischer Wucht, zumeist im schleppenden Midtempo, eine nahezu pittoresk wirkende schwarz/weiß Landschaft zu zeichnen. Noch etwas zum fast Dark-Wavigen Klargesang, der z.B. zu Anfang von ‚Black Frost‘ mit seiner reduzierten, perkussiven Enleitung ertönt, aber auch beim letzten Stück ‚Road To Perdition‘: Freunde der Dark Suns Frühwerke werden hier feuchte Augen bekommen. Der Kenner lächelt….

Dieses Album ist in Sachen Musikalität und Atmosphäre erstklassig, der sublime Charakter eines jeden Stückes macht hier den Unterschied zum irrelevanten Einheitsbrei aus.

9 Points. Erscheint am 11.01.2019 via Nuclear Blast  



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