Section: Reviews 41627Autor: Fetzer
Datum: 24.10.2018
Bereich: Reviews

Stilwechsel

Animal

SHINING

Shining ist eine Band aus Norwegen, die von ihrer Plattenfirma Spinefarm Records als Jazz-Metaller bezeichnet werden. Weiter steht auf meinem Infoblatt, dass sie seit 1999 aktiv sind und gerne einmal Genregrenzen sprengen. Progressive meets Metal meets Jazz meets Avantgarde. Man begründete sogar ein ganz eigenes Genre: den 'Blackjazz'. Ich gebe zu, dass ich von diesem Genre noch nie etwas gehört habe.

Also reingehört in die Scheibe. Zu meiner Überraschung höre ich weder progressive Sachen, noch höre ich Jazz oder Avantgarde Töne heraus. Ein weiterer Blick auf mein Infoblatt klärt mich auf. Kreativkopf, Sänger und Songwriter Jorgen Munkeby sagt hier, er wolle weg vom 'Blackjazz' um etwas neues und überraschendes zu kreieren. Das neue Album wäre mehr Muse statt Meshuggah, mehr Ghost als Gojira und mehr Biff Clyro als Burzum.

Klar, die Gitarren braten hier schonmal auf dem Album, deshalb kann man die Sache schon unter Metal einordnen, der Gesang klingt auch schonmal wütend bis aggressiv, aber der Sound. Irgendwie ertönt mir hier alles zu glatt poliert. Synthesizer und Eingängigkeit und mancher Backgroundchor erinnern an 80er Jahre Pop Sound. Ich habe den Eindruck, man schielt hier ein wenig in Richtung Mainstream. Also Alternative Rock und Metal vermischt mit 80er Jahre Pop Mucke. Leider muss ich sagen, dass ich auf den Gesamtsound nicht klar komme. Echte Hits hat man meiner Meinung nach auch nicht erschaffen.

Nicht das die Mucke hier grottenschlecht ist. Man hat ja die eine oder andere coole Melodie am Start und ich muss sagen, dass mich auch der Sänger absolut überzeugt, er hat was drauf, egal ob er gefühlvoll oder wütend klingt. Aber insgesamt ist mir das alles zu poppig, zu wenig Metal. Die einzigen Songs bei denen mich der Sound nicht so sehr stört, sind die kämpferisch bis wütend klingenden Tracks 'Fight Song' und 'Everything Dies'. Nicht schlecht ist auch das balladesk beginnende, sich langsam steigernde, aber ingesamt doch ruhig bleibende 'When the lights go out'. Gesanglich sehr gut ist die lupenreine Ballade 'Hole in the sky', ein Duett mit Linnea Dale. Alle anderen guten Ansätze werden für mich durch den Sound zerstört. Das mögen andere Leute gerne anders sehen, denn letztendlich ist ja vieles Geschmacksache. Produziert wurde das Album von Sean Beavan(u.a. Marilyn Manson, Nine Inch Nails, A Perfect Circle).

Hochachtung für den Mut der Band für den Stilwechsel und viel Erfolg, falls man wirklich ein Auge Richtung Mainstream geworfen hat. Seit dem 19.10.2018 auf dem Markt.



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