Section: Reviews 41537Autor: Diggi
Datum: 11.10.2018
Bereich: Reviews

Wie das so ist mit der Dunkelheit.....

The Dust and Darkness

BLACK FUNERAL

Black Funeral, neben z. B. Judas Iscariot eine der in meinen Augen wenigen „Legenden“ des US-amerikanischen Black Metals, veröffentlichen mit The Dust and Darkness eine gut 16-minütige Mini-LP. Die wechselvolle Geschichte dieser Band mit all ihren Besetzungs- als auch musikalischen Änderungen lasse ich an dieser Stelle mal außen vor. Während die einen sagen, dass Michael Ford aka Baron Drakkonian Abaddon aka Akhtya Nachttoter, der Protagonist hinter Black Funeral, den Black Metal durch seine (mittlerweile wohl beendete) Mitgliedschaft im Order of the Nine Angles wenigstens ernst genommen hat, sehen andere – und dazu gehöre auch ich – eine rote Linie überschritten. In der Regel trenne ich zwischen verquerer Weltanschauung und der Musik (Paradebeispiel: Burzum), aber auch musikalisch kann ich dem neuesten Release leider nicht wahnsinnig viel abgewinnen.

Auf der Scheibe – natürlich auch auf Vinyl erhältlich – gibt es insgesamt vier Songs, wovon das letzte Stück (Mistress of the Pit) eher eine Art ambientiges Outro mit einer sicherlich spannenden Geschichte von Onkel Michael ist. Die drei vorangehenden Songs funktionieren alle nach dem gleichen Prinzip: Intro-Part; dominante Gitarrenmelodien, die mal traurig, mal frostig vor sich hinschrammeln; ein Schlagzeug, das nur selten das Tempo anzieht und größtenteils im gefälligen Midtempo bleibt; Outro-Part (wobei jener auf Danguis Dakanzipas unfreiwillig abgehackt wirkt). Lediglich Chemosh of the Dust and Darkness sticht hier durch ein kurzes, Celtic Frost-artiges Einsprengsel ganz zum Schluss hervor. Die Produktion ist – selbst wenn es so gewollt ist – von bescheidener Qualität, sodass sie sich eher negativ auf die Stimmung des Albums auswirkt; und das schreibe ich als jemand, der durchaus auch Gefallen am Ildjarn-Sound finden kann.

Es bleibt festzuhalten, dass der Baron seine Zeit wohl mehr in religiöse Studien denn in musikalische Entwicklung dieses Projekts investiert. The Dust and Darkness wäre Anfang der 90er sicherlich interessanter gewesen als heute. Kultstatus und thematische Tiefe hin oder her kann ich mit so einem Output nicht richtig warm werden. Eher was für Sammler.

VÖ: 28.09.2018

Label: Iron Bonehead

Fazit: 5 / 10



.


^^^ BACK TO TOP ^^^
© 1998-2012 by www.Heavy-Metal.de