Section: Reviews 41506Autor: Diggi
Datum: 07.10.2018
Bereich: Reviews

....ITM stellt die kosmisch ausgerichtete Ein-Mann-Armee mit Nervfaktor....

Grotesque Infections Of Interplanetary

COSMIC VOID RITUAL

Die kosmisch ausgerichtete Ein-Mann-Armee mit dem spacigen Namen „Unknown Identity“ (zuständig für Vocals, Gitarre und Drums) beglückt uns unter dem Kampfnamen Cosmic Void Ritual seit 2017 mit zahlreichen Demos und im hier vorliegenden Falle der ersten EP. Dabei verteilen sich vier Tracks auf eine Spielzeit von 18:41 Minuten.

Hier gibt es keinerlei Schnörkel in Form von sphärischen In- oder Outros oder sonstigen ambientigen Farbtupfern, sondern es geht gleich voll auf die 12. Das heißt, überwiegend schneller Death Metal mit tiefer Akkordarbeit trifft auf eine markant hohe Leadgitarre, die (sagen wir mal) ungewöhnliche Melodien spielt. Dafür fügen sich die bar jeden Schnickschnacks agierenden tiefen Growls gut ins Gesamtbild ein. Hervorzuheben ist das Drumming, das auf den Punkt genau spielt und den Songs durch hin und wieder erfolgtes Einstreuen von Midtempo-Parts zumindest etwas Atmosphäre abnötigt. Das musikalisch Interessanteste an den vier Songs war für mich noch das etwas abrupte, irgendwie merkwürdige Ende von Intestine Rituals, das den Eindruck erweckte, als hätte Unknown Identity während der Aufnahme bemerkt, dass er vergessen hatte, ´ne Schachtel Kippen zu holen.

Insbesondere die zweite Veröffentlichung (Transcendence through galactic death) wurde in meinem Bekanntenkreis und auch bei mir mit einigem Wohlwollen rezipiert, und im Grunde wird der Faden der mir bekannten ersten beiden Demos weitergesponnen. Bei aller Underground-Attitüde und Vorliebe für „schmutzigen“ Sound gereicht die dargebotene Produktion der ersten EP leider nicht zum Vorteil, weil gerade die Art von Musik, wie Cosmic Void Ritual sie spielt, in meinen Augen eine gewisse Tiefe / Schwere braucht, um noch eindrücklicher zu wirken. So haben vor allem die in meinen Augen übersteuerten Leads leider einen gewissen Nervfaktor. Nichtsdestotrotz sind einige interessante Riffstrukturen vorhanden, die Hoffnung machen, dass mit einem passenderen Klangbild und vielleicht etwas weniger hektischem Leadgitarrenspiel die ersten beiden Demos noch mal übertroffen werden. In meinen Ohren nur was für Krachfetischisten. Für kosmisch angehauchten Ursuppen-Death-Metal greife ich dann aber doch lieber zur letzten Veröffentlichung von Jyotisavedanga oder gleich zu den meisterhaften Blood Incantation.

VÖ: 21.09.2018

Label: Iron Bonehead

Fazit: 5,5 / 10



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