Section: Reviews 40850Autor: Diggi
Datum: 28.07.2018
Bereich: Reviews

..und aus dem Grab grüßen unseren ITM..... Bathory.....

De Duivel en zijn gore oude kankermoer

KWADE DROES

Ván Records steht für Qualität und Vielschichtigkeit. War also sehr gespannt, was mich bei den niederländischen Kwade Droes, die vor diesem Album lediglich auf eine selbstbetitelte EP verweisen konnten, erwartete. Wie sich herausstellen sollte, ein Album, welches ich so schnell nicht vergessen werde.

De teerling is geworpen startet mit einem kurzen Intro wie aus einem Horrorfilm; ein Eindruck übrigens, der noch häufiger auftauchen soll. Danach nehmen uns Kwade Droes in fast durchgehend hohem Tempo mit auf eine Geisterbahn aus simplen aber effektiven Akkorden, disharmonischen Parts sowie teils dämonischem, teils verrücktem Gesang. Auf Lood om oud ijzer lässt man es zunächst langsamer angehen, vereinzelt dramatisch anmutende Schlagzeughiebe werden von wenigen Psycho-Gitarrenklängen begleitet. Die zweite Hälfte dann wieder mit voller Attacke unter Begleitung einer verhallten Leadgitarre, die immer und immer wieder die gleichen drei Töne spielt und an Grave Upheaval nur in sehr schnell gemahnt. Im letzten Drittel dann wieder verrückter Sprechgesang und die gleichen drei hypnotisierenden Töne aus dem Mittelstück, nur diesmal unter minimalistischer Schlagzeugbegleitung. Bei De wrange boodschap handelt es sich um ein kurzes, aber umso verrückteres Klavierstück mit spacigen Einschüben. Drankduivel ist dann wieder wie aus einem Horrorfilm, der auf einem Jahrmarkt spielt und irgendwann in den totalen Psychosound abgleitet, der auch wunderbar als Hintergrundmusik bei Haus der 1000 Leichen gepasst hätte. Misdaad loont beginnt fast schon pathologisch undefiniert, um dann aus dem Nichts in ein Riff nach 1:30 Minuten zu schalten, bei dem Bathory aus dem Grab heraus mit einem maliziösen Lächeln Pate gestanden haben. Bei De geile lokroep van gene zijde handelt es sich auf Grund der überwiegend langsamen Schlagzeugstruktur noch am ehesten um einen klassischen Song. Aber auch hier wird im hinteren Teil des Songs wieder dieser unbehagliche Mix aus verhallter Leadgitarre und Geblaste im Hintergrund eingestreut. De Satan allerheiligst beginnt und endet dann mit einem sakralen Outro, damit es wenigstens etwas Beruhigendes, fast schon Schönes auf dem Album gibt. Auf Grund des Songtitels steht aber zu befürchten, dass die Intention eine ganz andere war.

Es fällt mir echt schwer, das Gehörte in Worte zu fassen. Es gibt einfach zu viele überraschende Wendungen in den Songs, zu viel durchgeknallte Ideen, die fast schon heimtückisch in die Stücke eingewoben werden und ein mehrmaliges intensives Hören unbedingt erforderlich machen. Daher auch die wirklich nur sehr knappe Beschreibung der Musik im vorangegangenen Absatz. 32 Minuten, die wirkliches Unbehagen auslösen und dem unangepassten, noch nicht domestizierten Flügel des Black Metal zur Ehre gereichen. Ein höhlenartiger Sound, als wäre er von psychopharmazeutisch Therapierten in den Kerkern eigener Angstzustände eingespielt und aufgenommen worden. Teils nicht vorhandene Songstrukturen werden immer wieder mal durch das Keyboard überspielt, aber nicht auf die süße Dimmu-Tour, wobei im Hintergrund ständig irgendetwas Verrücktes passiert (Schreie, Sound-Collagen und/oder sonstige undefinierbare Laute). Eine sehr eigenwillige Veröffentlichung, in der klar Atmosphäre vor Struktur geht und bei der ich trotz des verbesserungswürdigen Sounds (ein anderer Mix hätte die Musik noch etwas weiter ausdifferenzieren können) nicht umhinkomme, eine hohe Zahl an Punkten zu verteilen. Ván liefert einfach – ohne Rücksicht auf den Geldbeutel der Hörer…

VÖ: 20.07.2018

Label: Ván Records

Fazit: 8 / 10



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