Section: Reviews 40730Autor: Diggi
Datum: 10.07.2018
Bereich: Reviews

Ein schwarzmetallischer Flickenteppich....

Alptraumgänger

SCHRAT

Schrat sind eine dieser Bands, die es nie so richtig ins Rampenlicht geschafft haben (und dies vielleicht auch gar nicht woll(t)en), die aber mit ihren Veröffentlichungen den Qualitätsstandard des Untergrund-Schwarzmetalls immer hochgehalten haben. Mit Alptraumgänger legen sie nun ihren dritten Longplayer, diesmal via Folter Records, vor. Ein Blick auf die Playlist zeigt, dass elf Songs dargeboten werden, aber schon bei Betrachtung der Titel fällt auf, dass sich der neue Output auf die ersten sechs Songs beschränkt, wovon zwei auch noch ein Intro bzw. Outro sind. Hinzugefügt wurden laut Promoschreiben Live-Versionen von Songs der Artefakt-EP sowie der Schattenwahn-LP. Damit sind aber offensichtlich nicht Konzertaufnahmen, sondern Neueinspielungen gemeint.

Musikalisch gibt es eine Melange aus melodischer Raserei (der Schrat-Anteil), Black’n’Roll (der Carpathian Forest-Anteil) und einer Prise Old-School (der Darkthrone-Anteil). Ganz besonders gefallen hat mir das Intro, das in seinen teils abgehackten Sequenzen in der Tat einen alptraumhaften Eindruck vermittelt. Der Song Alptraumgänger weiß zu den richtigen Zeitpunkten das Tempo rauszunehmen oder anzuziehen und hat auch das richtige Maß an Melodie, ohne jetzt auch nur in irgendeiner Form in Richtung Melodic Black Metal zu tendieren. Garniert wird dieser Song von einem Break nach etwa vier Minuten, das jeden Old-School Black Metaller die Faust in den Himm…, äh, die Luft recken lässt. Gräberland könnte so oder so ähnlich auch auf The Cult is Alive von Darkthrone stehen. Hier gefällt neben dem dunkelthronigen Riff auch das Ende, an dem noch mal die Gitarren hübsch übereinandergelegt werden. Wolf ist erwacht – Adams Sohn zerfetzt hat dann nach dreieinhalb Minuten diese Melodie, wie sie so kalt und bezaubernd nur der Black Metal zu kreieren imstande ist.

Wir haben es hier mit einer zumindest für mich zwiespältigen Angelegenheit zu tun. Im Endeffekt gibt es genau vier neue Songs. Wäre interessant, die Band da mal nach den Hintergründen zu fragen. Das Intro sowie Alptraumgänger und Wolf ist erwacht – Adams Sohn zerfetzt sind aber von so guter Qualität, dass der Daumen insgesamt nach oben zeigt. Insgesamt eine Scheibe für alle Anhänger des 90er Jahre Black Metals, der nicht recyclet, sondern einfach nur authentisch klingt. Davon bitte gerne mehr.

VÖ: 20.04.2018

Label: Folter Records

Fazit: 7 / 10



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