Section: Reviews 40658Autor: Diggi
Datum: 28.06.2018
Bereich: Reviews

Philosophische Auseinandersetzung mit dem Sein an sich....

Transience

SHYLMAGOGHNAR

HORNELLA!

Der Beipackzettel erwähnt den Erstling dieses niederländischen Duos, auch ich habe die Scheibe als Eigenpressung irgendwo im Schrank. Die monumental-progressiven Auswüchse, gepaart mit nordischer Kälte und archaischer sowie auch melodischer Black Metal Kraft der frühen 90er Jahre hinterließ in der Tat Eindruck, wirkten aber auch ein wenig unfertig.

SHYLMAGOGHNAR machen nun auf ihrem zweiten Album, dem ersten für Napalm Records vieles besser, so besticht der 12 minütige Opener mit wirklich aufrüttelnden, atmophärischen Parts, die die Shoe Gaze Freaktion begeistern wird, das Synthie Intro erinnert auf charmate Art und Weise an eine Kollaboration zwischen U96, Jean Michael Jarre und an eine zielmlich klebrige Melodie von einem deutschen Balladenbarden. Danach geht es aber im flotten Midtempo in einen Edge Of Sanity mäßigen, von erhabenen, wirklich guten Gitarrenleads dominierten Melo Deather alter Schule mit Endneunziger Discounter Black Metal Einfärbung. Das die beiden Soundtüftler weiterhin ein Faible für Instrumentals haben, ist dann auch der Schwachpunkt auf "Transcience", denn da müsste z.B. viel mehr bei über 7 Minuten 'The Dawn Of Motion' geschehen...

'As All Must Come To Pass' ist ein fast schon anachronistischer, aber mitreissender Brückenschlag in die Vergangenheit, zurück zu Hochzeiten von Immortal ( ab deren fünften Album, d.Verf.) und Bands wie Ancient... Auch hier muss man konstatieren: Guter Song. Aber: Wiedereinmal merkt man der Band an,das Sie halt ein Duo sind. Angelo Sasso ick hör dir trommeln.... Auch das ein oder andere Arrangement wie beim kürzesten Stück des Albums 'This Shadow Of The Heart' erinnert an barocke, erste Gehversuche einiger Skandinavier, mit Genrefremden Einflüssen zu experimentieren. 

Bei einigen Stücken hört man übrigens auch den ein oder anderen Gruß in Richtung Ruhrpott raus, zu Black Messiah, die was das Wechselspiel von Riffing, Epik und Melodieverständnis frappierend ähnlich unterwegs sind. (Funktioniert nur bei den Wikingern besser, weil dezent anderes Genre, d.Verf.) Richtig gelungen ist dagegen ' The Chosen Path' hier stimmt verdammt viel und der Hörer lässt sich das erste Mal wirklich fallen. Achtung: Instrumental!

Das die Niederländer unheimlich viel Wert auf ihre ausgearbeiteten Kompositionen legen sollte hier ganz schnell klar werden, der beste Longtrack des Albums ist sicherlich der 12 Minüter 'No Child Of Man Could Follow', sehr dichte Atmosphäre, auch weil hier unheimlich variabel agiert wird. Sehr cool!

Das ausladende 'Life' ist dann ein Rausschmeisser von epischen Ausmaßen und wartet wieder mit toller Gitarrenarbeit auf und könnte ein Wegweiser für die Tüftler hier sein. "Transcience" ist ein interessantes, weil sehr aufwändiges Album, welches aber noch ein paar kleine dramaturgische Löcher aufweist.

7 Points. Erscheint am 29.06.2018 via Napalm Records.



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