Section: Interviews 40556Autor: Diggi
Datum: 13.06.2018
Bereich: Interviews

Neue Helden braucht das Land.....

PENTARIUM

Viel Spass mit  Carsten, dem Sänger der Band PENTARIUM. 

1) Beschreibt doch bitte einfach mal was PENTARIUM ist. Wie ihr die Band seht und welche Musik ihr kreieren wollt und ganz wichtig: Was soll diese Musik beim Hörer bewirken?

Wir ist eine Melodic Death Metal Band, deren Einflüsse vom skandinavischen Metal bis hin zur Neuen Deutschen Härte reichen. Gelegentlich lassen wir auch Black Metal Elemente in unsere Musik einfließen. Mit unserer Musik wollen wir Geschichten erzählen und behandeln dabei  Themen  wie zum Beispiel häusliche Gewalt, Demenz und Depressionen. Aber auch fiktive Geschichten kommen in unserer Musik vor. Wir wollen den Zuhörer in unsere eigene Welt mitnehmen. Durch das Zusammenspiel von Text und Komposition wollen wir die Musik für unsere Zuhörer so gestalten, dass sie diese  fühlen und erleben.

2) Ihr steht für eine neue Generation des Heavy Metal, seit aber sicherlich auch mit dem ein oder anderen Klassiker aus der Vergangenheit „groß“ geworden…. Was ist für Euch ganz persönlich als Musiker aber auch Fans viel besser als in den 90er oder 80er Jahren…und was war für Euch (muss ja nicht aus eigenen Erfahrungen sein) vielleicht in der Vergangenheit für Bands besser oder einfacher als Heute?

Wir finden das große Angebot an Musik, die uns heute in dieser Szene geboten wird ziemlich klasse. Man kann sich bei verschiedensten Genre inspirieren lassen und auch neue Kontakte knüpfen. Das zeigt, dass Metal in der heutigen Zeit in der Gesellschaft angekommen ist, auch mal was Neues zulässt und stets weiter wächst.

Auch wenn wir heute die Qual der Wahl haben, könnten wir uns vorstellen, dass Bands aus den 80er und 90er es einfacher hatten groß raus zu kommen. Ganz einfach aus dem Grund, weil es zu dieser Zeit kein so krasses Überangebot an Musik gab als heute. Für Bands von heute wird es immer schwieriger aus der großen Masse herauszustechen und die Leute zu deren eigenen Musik und Konzerten zu bewegen. Das macht den Anstieg zur großen Bühne länger und steiniger. Nichtsdestotrotz bleiben wir dran  und werden weiterhin vollgas geben. Wir bekommen öfters zu hören, dass wir nicht wie die typische Melodic Death Metal Band klingen.  Aber das ist doch genau der Punkt, wir wollen ja nicht die zigste Kopie sein, sondern was eingenes. Auch wenn wir nicht jedem schmecken.

3) Besonders das neue Album „Zwischenwelten“ verarbeitete einige sehr bedrückende Themen. ‚Wo Worte Versagen‘ oder ‚Abschied‘ sind da nur Beispiele. Wie geht ihr an schwierige Themen lyrisch dran und wann passt und sitzt das dann für Euch?

Ein Großteil unserer Texte basiert auf persönliche Erfahrungen, die wir in unserer Musik verarbeiten. Auch wenn die Texte in erster Linie düster erscheinen, sind das immer noch wahre Themen die im Leben passieren, zum Teil Dinge die auch totgeschwiegen werden. Es sind Geschichten, die das Negative in dieser Welt widerspiegeln, aber auch zeigen, dass in dem ganzen auch ein Funken Hoffnung existiert.

Wann es uns passt ist eine schwierige Frage. Es gibt Momente, an den man ewig an einem Text sitzt oder einen, den man in 2 Stunden geschrieben hat. Ich würde sagen es ist eine reine Bauchsache, irgendwann ist er da, der “DAS IST ES” Moment.

4) Mit dem Coverkünstler eurer 2 Alben scheint ihr enger verbunden zu sein? Jedenfalls merkt man hier schon, das ihr Wert auf eine Linie und Wiederkennungswert legt, oder liege ich da falsch? Wer ist denn dieser gehörnte Waldschrat, der uns nun seit 2 Alben begleitet?

Das ist richtig. Wir haben Ihn durch El Lobo einen Radiomoderator von RockLiveRadio  kennengelernt. Als wir ihn dann beauftragten, waren wir von dem Ergebnis sehr begeistert. Wir beschlossen dann, weiterhin mit ihm zu arbeiten. Zudem finden wir auch, dass seine Art des Zeichnens sehr gut zu unserer Musik passt. Auch zukünftige Projekte werden wir mit Ihm machen (Sehr guter Künstler. Checkt mal  Ilskar Art ab).

Durch unseren Titelsong „Schwarzmaler“ von unserem ersten Album, kamen wir zum gehörnten Waldschrat. Er sollte ursprünglich alles negative personifizieren. Mittlerweile ist das nicht mehr so, sondern er repräsentiert einfach die Band und steht somit stellvertretend für uns und unsere Musik.
Ein düsteres Erscheinungsbild, abschreckend, aber doch zerbrechlich und emotionsgeladen.

5) Mit ‚Rise Of The Outer Gods‘ widmet ihr euch  einem Lovecraft Thema. Einige Kollegen reden bereits den Lovecraft Metal herbei, wohl auch durch Bands wie Sulphur Aeon oder The Vision Bleak…. Wie sieht da die Verbindung aus zwischen Hernn H.P. und PENTARIUM?

Unser Gitarrist Flo interessiert sich für sehr für diese Literatur und brachte uns die Thematik von Lovecraft und anderen Autoren näher. Schon auf dem ersten Album findet man z.B. Mit “Nimmermehr “  eine Edgar Alan Poe Referenz. Das faszinierende an Lovecraft ist die dichte Atmosphäre seiner Erzählungen die immer wieder die Angst vor dem Unbekannten in den Vordergrund rückt. Mit dieser Art des Schreibens und dem damit verbundenn abtauchen in die Erzählung konnten wir sehr gut nachempfinden. So lag es nahe, natürlich mit eigenem Stempel und der damit verbundenen künstlerichen Freiheit etwas ähnliches zu erschaffen. “Nekropolis” ist somit Lovecraft inspiriert und in seinem Universum angesiedelt mit diversen versteckten Anspielungen auf seine Werke, aber trotzdem eine völlig eingenständige Geschichte. 
“Rise of the Outer Gods” ist ebenso eine freie Variante des “Ende der Welt” aus Lovecrafts Werken.

Ich denke so wie es uns geht wirs es einigen Bands gehen.  Das Lovecraft Universum ist da auch ein sehr verleitendes Konzept, da es quasi dazu aufruft erweitert zu werden. Wir werden keinen “Lovecraft Metal” machen, aber auch nicht ausschließen hin und wieder mal etwas in diese Richtung zu schreiben.

6) Wohin wird der Heavy Metal samt Fankultur (Underground vs. Event-Metaller) eurer Meinung nach steuern und wo zieht ihr die Grenze zu Vermarktung vs. Ausschlachtung?

Auf keinen Fall wird der Metal aussterben. Wir denken, dass aufgrund des hohen Musikangebotes, die Szene weiter wächst und sich weiter entwickeln wird. Während auf einem Underground Konzert  „die hard metal fans“ eine neue Band für sich entdeckt, kommen Leute, die mit Metal nichts am Hut haben auf ein Festival um sich von dieser Szene infizieren zu lassen. Vielleicht kann man das ja auch als schleichenden Prozess zur Weltherrschaft nennen?! ;)

Eine ganz klare Grenze ziehen wir an der Stelle, wo Fans finanziell durch zu hohen Preisen und ohne Mehrwert abgezogen werden. Das Bands und Veranstalter Kosten decken müssen und verdienen wollen ist uns klar, solange diese im Verhältnis stehen. Aber wenn man einen Zipper für 70 Euro oder sogar eine Konzertkarte für 400 Euro verkauft, dann ist das einfach wucher. Musik ist eine Herzenssache und man sollte nicht vergessen, dass die Fans diejenigen sind, die einen auf die große Bühne bringen oder gebracht haben.  Sowas hat nichts mehr mit Leidenschaft zur Musik zu tun.

7) PENTARIUM evozieren einen hohen Grad an DIY Mentalität. Welche Rolle übernimmt da euer Label?

Das ist richtig. Sich selbst zu verwirklichen bringt harter Arbeit mit sich. Wir haben viel Zeit, Geld und Herzblut in die Tontechnik gesteckt und uns viel Fachwissen im DIY Verfahren angeeigntet. Da war viel Frust und viele Fehlschläge dabei. Thosten Baus hat uns in beiden Fällen gemischt und gemastert, aber die Aufnahmen selbst so wie die Grundsound und das Mikrofonieren, haben wir bei beiden Alben komplett selbst gemacht. Ich denke die Entwicklung lässt sich auch deutlich hören. 

 Wir nehmen zwar viel selbst in die Hand,  aber für machen Aufgaben benötigt man einfach die richtigen Leute, mit den richtigen Kontakten für das richtige Fachgebiet. Hier kommt unser Label ins Spiel. Um uns voll auf die Musik zu konzentrieren, übernimmt unser Label die Aufgabe unsere Musik in die Welt hinauszutragen. Das reicht von kommunizieren mit dem Vertrieb bis hin zur weltweiten Promotion.

 

 



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