Section: Festivals 40513Autor: Bolle
Datum: 10.06.2018
Bereich: Festivals





















Rock Hard Festival 2018 - Teil II

Tag 2, Samstag, der 19.05.2018

Overkill, Axel Rudi Pell, Marduk, Cirith Ungol, Leatherwolf, The New Roses, Nocturnal Rites, Traitor

 

Salute!

 

Nach der gestrigen Show der wirklich starken SODOM geht es an Tag 2 mit Thrash-Metal weiter. TRAITOR aus Balingen am Rande der Schwäbischen Alb fangen den Bühnentag wie immer samstags um 12:30 Uhr an. Die vier langhaarigen in der klassischen Besetzung Gitarre -Gitarre - Bass - Schlagzeug unterscheiden sich von den meisten anderen schon dadurch, das Sänger Andreas Mozer nebenher kein Saiteninstrument sondern die Schießbude verantwortet. Die Jungs können für ihr vierzig Minuten umfassendes Set auf ein Repertoire aus mittlerweile drei Studioalben („Thrash Command“, „Venomizer“ und „Knee-Deep In The Dead“) zurückgreifen und zocken dieses voller Inbrunst.

 

Weiter geht es um halb zwei mit NOCTURNAL RITES. Die schwedische Power-Metal Combo, die ihre Wurzeln im Death Metal haben, haben im vergangenen Jahr ihr aktuelles Langeisen „Phoenix“ vorgelegt, und das schlappe zehn Jahre nach dessen Vorgänger „The 8th Sin“. Das diese Pause so lange gedauert hat lag unter anderem daran, das Ex-Gitarrist Chris Rörland die Band zugunsten eines Engagements bei SABATON verlassen hat. Der Ersatz, der mit Per Nilsson gefunden wurde sorgte letzten Endes für die notwendige Wiederbelebung. Das Set besteht aus sieben Songs, die ausschließlich von den letzten drei Alben stammen und das Publikum hat Bock auf Swedish-Power-Metal und geht  ordentlich mit. 

 

Wieder eine Umbaupause von knapp einer halben Stunde und schon betreten THE NEW ROSES die Bühne. Mit den offensichtlich gut gelaunten Wiesbadenern rund um Bandgründer Timmy Rough, der Gitarre und Micro beackert, geht es einen guten Schritt weg vom Metal in Richtung Rock’n’Roll. Merkt man spätestens an der Frage „Habt Ihr Bock auf ’ne kleine Rock’n’Roll-Party???" Die Herren starten ihren Auftritt mit zwei Songs vom aktuellen Album „One More For The Road“. Das Auditorium nimmt dies wie auch die folgenden Songs durchaus mit Wohlwollen auf, macht auf Anforderung auch ein wenig mit, aber der Funke springt nur auf kleine Teile des Publikums wirklich über. Prinzipiell haben THE NEW ROSES durchaus Gute-Laune-Mucke im Gepäck, einzig die Umstände passen nicht 100%ig. Wenn der Sound stimmt aber das Genre nicht wird’s keine fette Party. Im Vorprogramm einer lässigen Hard-Rock oder Sleaze-Kapelle hätten die Hessen vermutlich mehr erreicht. 

 

Zurück zum Heavy Metal mit LEATHERWOLF, der einzigen Band die ich kenne, die nicht eins sondern zwei Alben mit dem Bandnamen als Titel rausgebracht haben. „Hast du schon die neue LEATHERWOLF „Leatherwolf“ gehört?“ - „Nee, ich kenne nur die alte „Leatherwolf“ von LEATHERWOLF“……. Was für Dialoge die ermöglicht hätten. Herrlich. Vor elf, zwölf Jahren haben sie es dann mit „World Asylum“ und „New World Asylum“ fast nochmal gemacht und damit wäre die Diskografie der Kalifornier auch schon fast komplett. Gegründet 1981 in Huntington Beach (nicht zu verwechseln mit Huntington Park, wo im gleichen Jahr mit SLAYER eine nicht ganz unbekannte Band gegründet wurde) haben LEATHERWOLF schon früh als „The Triple Axe Attack“ gezeigt welches Potenzial drei Gitarren für eine Metalband haben. Gerade auch live macht das bei Songs wie ‚Spirits In The Wind‘ richtig gute Laune, sowohl auf als auch vor der Bühne. Nach deutlich zu kurzen 55 Minuten und dem Abschluss-Medley aus ‚Wicked Ways‘ und ‚The Calling‘ beenden die fünf ihren Auftritt und räumen das Feld für CIRITH UNGOL.

 

Die ebenfalls aus dem Sunshine State stammenden CIRITH UNGOL, benannt nach dem Pass der Spinne aus Tolkiens „Der Herr der Ringe" sind nochmal neun Jahre älter als LEATHERWOLF und haben ihre vier Scheiben „Frost And Fire“, „King Of The Dead“, „One Foot In Hell“ und „Paradise Lost“ alle zwischen 1980 und 1991 pressen lassen, Damals war kaum zu erahnen, welchen Stellenwert in der Szene die Band einmal haben würde. Immer im Underground geblieben haben sie nie die großen Stadien gefüllt und haben doch eine Fan-Base, die ihresgleichen sucht. Im vergangenen Jahr waren sie Headliner beim Keep It True und die Hoffnung, das sie noch häufiger wieder auf deutschen Bühnen gesehen werden können ist da. Mit Songs wie ‚Black Machine‘, ‚Frost And Fire‘ und dem selbstbetitelten ‚Cirith Ungol‘ sind Meilensteine des epischen Metal entstanden, die bei diesem Gig auf der Setlist stehen und das Publikum vollends überzeugen. Die Stimmung steigt weiter und das Auditorium vor der Bühne verändert sich während des Umbaus ein wenig. 

 

Denn jetzt kommen MARDUK und damit die einzige Black Metal Combo des Wochenendes. Die Schweden sind seit mittlerweile 28 Jahren aktiv und haben in dieser Zeit schlappe 14 Alben rausgebracht. Jetzt ist Black Metal nicht so unbedingt mein Ding und diese Einstellung scheint ein Großteil im Rund zu teilen. Es ist zwar nicht so wie im vergangenen Jahr bei BEHEMOTH, als scharenweise Leute das Amphitheater verlassen haben, aber so richtig mit gehen bei Songs wie ‚Wolves‘ oder ‚Of Hell Fire‘ nur die wenigsten. Nach knapp einer Stunde ist Schluss mit dem dunklen Spuk und es wird - na was wohl? - umgebaut.

 

Um 19:45 tritt mit AXEL RUDI PELL wieder ein waschechtes Ruhrpott-Original (aus Bochum) vor die Hörerschaft. Nach einem kurzen ‚Guten Abend, Gute Nacht‘ - Kinderschlaflied-Intro stehen Axel und seine Mannen vor den wieder gut gefüllten Rängen und starten ihr Set mit ‚The Wild And The Young‘ von der aktuellen Scheibe „Knights Call“, die seit März in den Plattenläden steht. Mit dem aus aus Brooklyn stammenden Johnny Gioeli hat Axel seit mittlerweile 20 Jahren einen ebenso stimmgewaltigen wie energiegeladenen Derwisch am Mikro. Allerdings soll diese Performance heute noch getoppt werden. Den Spaß, den Axel und seine Kumpels auf der Bühne haben bekommen sie auch gut ins Publikum transportiert und es wird 75 Minuten auf ehrlichen Hardrock abgefeiert bevor alles für den Samstags-Headliner vorbereitet wird.

 

Die unkaputtbaren OVERKILL aus New Jersey rund um Basser D. D. Verni und Sänger Bobby „Blitz“ Ellsworth zählen zu den absoluten Lieblingen der Rock Hard Besucher und beehren diese bereits zum vierten Male. Im Rahmen der Veröffentlichung ihrer Live-CD / DVD „Live In Overhausen“ spielen sie ein spezielles Set mit dem Hauptaugenmerk auf den Platten „Horrorscope“ und „Feel The Fire“. Gestartet wird mit ‚Coma‘ und Blitz definiert den bereits oben erwähnten Begriff Derwisch einfach mal neu. Der Mann ist fast sechzig und rennt über die Bühne wie ein Zwanzigjähriger. Auch das Auditorium zeigt, wozu es fähig ist, wenn das läuft, was es hören will. Mit Songs wie ‚Thanx For Nothing‘, ‚Rotten To The Core‘ und ‚Horrorscope‘ vergeht die Zeit wie im Flug und bevor man sich versieht läuft mit ‚Fuck You‘ schon der Rausschmeisser. Frechheit, das Zeit so schnell vergehen kann….. Das waren doch keine eineinhalb Stunden, oder etwa doch?

 

Das war der zweite Tag des diesjährigen RHF. Weiter geht es hier in Kürze mit Tag drei. Stay tuned. 

 

Running Order Tag 2

 

12:30 – 13:10 TRAITOR

13:30 –14:10 NOCTURNAL RITES

14:30 – 15:15 THE NEW ROSES

15:40 – 16:35 LEATHERWOLF

17:00 – 17:55 CIRITH UNGOL

18:20 – 19:15 MARDUK

19:45 – 21:00 AXEL RUDI PELL

21:30 – 23:00 OVERKILL

 

 

 

 

 



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